»Wir sind stolz auf Lini«
Die Rede ist von Joeline Möbius. Die 15-Jährige ist als Turnerin bei den Olympischen Spielen in Peking dabei. Sie kommt aus Chemnitz und gehört damit zu den sechs besten Turnerinnen in Deutschland. Diejenigen, die das über sie sagen, gehören zu ihrer Trainingsgruppe beim TuS 1861 Chemnitz-Altendorf - Susann Herbst, 16 und Lisa Hill, 15 Jahre.
»Wir sind stolz auf Lini«
Die Rede ist von Joeline Möbius. Die 15-Jährige ist als
Turnerin bei den Olympischen Spielen in Peking dabei. Sie kommt aus
Chemnitz und gehört damit zu den sechs besten Turnerinnen in
Deutschland. Diejenigen, die das über sie sagen, gehören
zu ihrer Trainingsgruppe beim TuS 1861 Chemnitz-Altendorf - Susann
Herbst, 16 und Lisa Hill, 15 Jahre. Ich treffe beide beim Training,
denn ihre Freundin Joeline Möbius ist bereits mit den
Olympia-Vorbereitungen beschäftigt. Beide Schülerinnen
des Chemnitzer Sportgymnasiums gehören ebenfalls zum Kader der
besten deutschen Turnerinnen. Susann Herbst selbst steht als
Ersatzturnerin auf Platz 8 bereit. Und auch Lisa, die vor drei
Jahren von Hannover nach Chemnitz zum hiesigen Leistungszentrum
gewechselt hat, ist auf der Liste der möglichen Kandidatinnen
für Olympia gewesen: »Ich habe mein Bestes gegeben, aber
wusste um die Stärken der Mitbewerberinnen. Daher bin ich
nicht enttäuscht.« Und Susann in ihrem blauen Dress
fügt hinzu, dass sie nicht neidisch auf ihre Freundin Joeline
seien.»Wir sind stolz auf Lini. Sie wird es schon
machen«, ist sie sich sicher.Die beiden jungen Damen, ihre blonden Haare sorgfältig zum hochgesteckten Zopf gebunden, erzählen mit bescheidenem Ton über ihre Erfolge: Deutsche Juniorenmeisterinnen an verschiedenen Geräten und in diesem Jahr konnte Susann jeweils vierte Plätze am Boden und Balken bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren erreichen. Lisa turnte am Balken sogar auf Platz drei. Leistungen, die auf einer zehnjährigen Erfahrung und täglich sechs Stunden Training beruhen. Da bleibt den Teenagerinnen wenig Zeit für ihre Hobbys wie Tanzen, Wasserski, Wintersport und Freunde treffen. Jedoch sehen sie sich als Freundinnen in der Trainingsgruppe, zu der neben der Olympiateilnehmerin auch die 17-Jährige Julia Hänel und die 18 Jahre alte Jenny Brunner gehören.
Dieses Quintett bildet momentan die Leistungsspitze des TuS 1861 sowie des Chemnitzer Sportgymnasiums, erfahre ich von der Trainerin Pia Nikolai. Sie hat zum Beispiel Susann schon als 5-Jährige trainiert. »Ich habe gewissermaßen die Grundlagen legen können. Und meine Trainerkollegin Gabi Frehse hat jetzt Olympia-Asse aus allen gemacht«, weiß sie stolz zu berichten. Sie ist sich sicher, dass alle auch Chancen für die nächsten Olympischen Spiele 2012 in London
haben werden. Dann muss
sich Pia Nikolai wieder um den kleineren Nachwuchs kümmern.
Schon im Kita-Alter werden talentierte Mädchen und Jungen in
speziellen Kindergruppen in Chemnitz erfasst. Der weitere Weg
führt dann über eine Grundschule mit erweitertem
Sportunterricht hin zur Sportmittelschule oder zum
Sportgymnasium.Ein Weg, der sich lohnt, wie es mir dann auch Susann und Lisa am Stufenbarren vorführen. Wie ein Wirbelwind lässt sich Lisa unter dem tieferen Holm durchgleiten, nur haarbreit über dem Boden schwingt sie nach oben, um nach einer nochmaligen Umrundung auf den oberen Holmen umzugreifen. Auch die scheinbare Leichtigkeit bei Susanns Handstand auf dem Stufenbarren lässt mich erstaunen. So bleibt zu wünschen, dass sich das Chemnitzer Leistungszentrum im Turnsport weiter so erfolgreich entwickelt für die Stadt, für das Land Sachsen und für ganz Deutschland.






