Kribbelbunt

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Zisch, Bumm, Peng

Achtung! Das Versuchslabor fliegt gleich in die Luft. Das ist wohl eine drastische Variante, wie Experimente nicht enden sollten. Die ganze Welt steckt voller Geheimnisse und die gilt es zu erkunden.

»Fred ist sehr neugierig und will genau wissen, was im Wald so alles vor sich geht. Unbemerkt macht er sich auf den Weg und erforscht das Umfeld. Dabei hat er viele Ideen, was man im Wald so alles machen kann, und es fallen ihm dazu Fragen ein, die er allein nicht beantworten kann. Aber Fred ist hartnäckig und will alles genau wissen.« So wie der winzigen Ameise aus dem Anleitungsbuch für „Naturwissenschaften im Kindergarten“ von Prof. Dr. Gisela Lück von der Universität Bielefeld, geht es besonders den Jüngsten unter uns. Der früheren Annahme des Schweizer Entwicklungspsychologen Jean Piaget, kleine Kinder könnten noch nicht logisch denken und wären daher für naturwissenschaftliche Deutungen noch nicht offen, stehen Neugier und Tatendrang der Kinder entgegen.

Experimente Sachsen 2»Warum sind Seifenblasen rund?«, »Warum kann man Luft nicht sehen?«, »Warum geht man im Wasser nicht unter?«, »Wieso ist Eis fest, obwohl es aus Wasser ist?«, »Warum ist der Regenbogen nicht immer da?«. Fragen über Fragen beschäftigen Kinder und auf die Erklärung von Eltern und Erziehern folgt häufig immer wieder ein weiteres „Warum?“. Ausprobieren und Erforschen haben Hochkonjunktur im ganzen Land. Studien zeigen, dass Wissenssendungen im Fernsehen bei den Kleinen bereits Platz zwei nach Trickfilmen einnehmen und es gibt allerorts zahlreiche Mitmach-Aktionen sowie Anleitungen, wie man selbst experimentieren kann.

Im sächsischen Bildungsplan gehören chemische und physikalische Experimente längst zum Alltag der Jüngsten. Um die kleinen Forscher in ihrem Drang gezielter zu unterstützen gibt’s in Sachsen und deutschlandweit verschiedenste Angebote: Die Initiative „Haus der kleinen Forscher“ ist nur eine davon. Seit nunmehr zwei Jahren fördert die gemeinnützige Stiftung bundesweit frühkindliche Bildung in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik, plant und gestaltet Workshops und Aktionstage. So wurde im Herbst die Kita Wäldhäusl in Zittau als erste Einrichtung in Sachsen als „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet. Deutschlandweit veranstaltet die Initiative am 16.Juni wieder einen Tag der kleinen Forscher und ruft zu einem Liederwettbewerb auf und unter dem Motto „Sonne, Mond und Sterne ... wir reisen ins All“ stiftet sie zudem 2009, im Jahr der Astronomie, 16 Teleskope.

Wer als Kind mit Neugier und Wissensdurst durch die Welt geht, kann durchaus morgen zum erwachsenen Forscher und Entdecker heranwachsen. Der bekannte deutsche Astronaut Thomas Reiter war vor 40 Jahren auch nur ein staunender Elfjähriger, den die Mondlandung so beeindruckt hat, dass er sich vornahm, später selbst einmal dabei zu helfen, den Weltraum zu erforschen.

Von den „alten Hasen“ zu lernen hat sich das Schülerlabor BIOTE(A)CH im BioInnovationszentrum in Dresden zum Programm gemacht. Hier werden seit vergangenem Jahr alle Wissenshungrigen jungen Sachsen als Wissenschaftler von morgen mit Vorträgen von Wissenschaftlern von heute beehrt. Im EMA Mitmachlabor in Schkeuditz können Kinder ab fünf Jahren mit einem kleinen Maulwurf nach Herzenslust erkunden, ob Luft wirklich nichts ist, warum Pflanzen grün sind und vieles mehr. Das Theater der Jungen Welt in Leipzig veranstaltet mehrfach das Theaterforschungslabor, in dem Zehn- bis Zwölfjährige Sprache, Körper und Raum näher untersuchen können. Das Kreativzentrum der Technischen Universität Chemnitz hat ein Experimentierheft herausgegeben und der Verein zur beruflichen Förderung von Frauen in Sachsen e.V. in Chemnitz bietet unter dem Titel „KINAWA“ aus allen Bereichen der Physik, Chemie und Umwelt Versuche für kleine Forscher an. Zudem lädt die Kinder Universität Dresden Grundschüler in ihr KinderLabor ein, um beispielsweise leuchtenden Pudding zu „zaubern“ oder an der „Formel 1 der Stifte“ teilzunehmen.

Mit Farben und Materialien aller Art hantieren und experimentieren und dabei den unterschiedlichsten Alltagsphänomenen auf die Spur gehen, lässt sich aber auch ganz einfach gemeinsam zu Hause. Mit wenigen Utensilien aus dem Alltag, einer großen Welt- oder Sternkarte, Bildern, etwas Phantasie und der Hilfe der kleinen Wissenschaftsexperten, verwandelt sich eine Ecke im Kinderzimmer schnell in das „Einsteinsche Labor“ Ihres Sprösslings. Viele Ideen und Anregungen für gemeinsame Experimente gibt’s in Kinderbüchern zum Thema und natürlich in unserer Rubrik „Kleiner Einstein“.

Na dann - Zisch, Bumm, Peng und viel Spaß beim Experimentieren!

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