Spielplatzpaten gesucht!
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Spielplätze in der Stadt, 22 schon in der Hand von
Spielplatzpaten…
…dies scheint eine gute Resonanz für das noch junge Projekt der Kinderbeauftragten Karin Lohr zu sein, mit welchem sie Chemnitzer in ihrem bürgerschaftlichen Engagement fordert und den lokalen Zusammenhalt für ein lebenswertes Wohnumfeld stärkt. Spielplatzpaten helfen den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden, denn ein Spielplatz benötigt neben Geräten und Anlagen auch Menschen.
Im Siegmarer Park konnte am 30. Juni 2007, Dank der guten Zusammenarbeit der Eltern mit dem Deutschen Kinderschutzbund Chemnitz, dem Grünflächenamt und verschiedenen Unternehmern ein neu sanierter Spielplatz feierlich eingeweiht werden. Andrea Voigtländer ist Patin dieser Anlage. Selbst Mutter zweier Kinder, sammelte die engagierte Chemnitzerin Privatspenden von über 5000 Euro, um den Spielplatz und den Park wieder attraktiv, nutzbar und lebendig zu machen: »Als ich bei meiner zweiten Tochter in der Elternzeit war, habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, selbst in Aktion zu treten und etwas für den verwahrlosten Spielplatz zu tun. Ich fand es einfach traurig, dass dieser nicht mehr genutzt wurde und sich niemand dafür verantwortlich fühlte.«
Andrea Voigtländer ist Vorsitzende der Elterninitiative, die sich für die Wiederherstellung der Lebensqualität für ihre Kinder stark macht. Sie erhält daher viel Unterstützung von Müttern wie Anett Müller, die zudem Mitglied im Kinderschutzbund ist. Mit viel Eifer setzen sie sich auch über die Grenzen des "eigenen" Spielplatzes hinaus ein: »Jetzt nach diesem Erfolg im Siegmarer Park habe ich den Wunsch, Gespräche und Engagement auszulösen, vor allem für die Randgebiete der Stadt, die manchmal ein bisschen in Vergessenheit geraten«, umschreibt Anett Müller ihr weiteres Vorhaben.
Der Kinderschutzbund in Chemnitz war für dieses Projekt ein starker Partner und wichtiger Wegbereiter: »Von organisatorischen Dingen, wie der Einrichtung eines Spendenkontos und Bereitstellung von Büromaterial bis zur personellen Unterstützung bei Gesprächen mit der Stadt, konnten wir unseren Beitrag dazu leisten, diesen Spielplatz den Kindern wieder zur Verfügung zu stellen«, so Marita Weichert, Vorstandsmitglied des Kinderschutzbundes in Chemnitz.
Auch einige Schüler in der Erzieherausbildung der Freien Schulen Chemnitz Bildungs-GmbH entschieden sich auf Anregung ihrer Lehrerin Sabine Brunner und in Absprache mit der Kinderbeauftragten Karin Lohr, eine Patenschaft zu übernehmen. »Wir haben uns mehrere Spielplätze angeschaut und die Schüler haben sich für den Gerhart-Hauptmann-Platz entschieden«, berichtet die Sozialpädagogin Sabine Brunner. Sie verrät zudem, dass seit vergangenem Dezember gezielt am Projekt gearbeitet werde, Bewohner nach der ursprünglichen sowie aktuellen Nutzung und ihren Wünschen befragt und Informationsmaterialien als Wegweiser für den Park hergestellt werden sollen. Voraussichtlich im Oktober wollen sich die angehenden Erzieher dann offiziell als Paten und Ansprechpartner für die Kletterspinne vorstellen sowie historische Spiele anbieten.
Damit Jung und Alt sich mit dem Spielplatz identifizieren können, soll allen Interessierten vermittelt werden, wie der Platz im Wandel der Zeit genutzt wurde. In den drei Jahren ihrer Ausbildung übernehmen die Schüler somit Verantwortung für das Gemeinwesen und die Lebenswelt von Kindern. Sie lernen langfristig zu planen, beschäftigen sich mit ihren zukünftigen kleinen Schützlingen als Erzieher und verbinden das Erlernen sozialer Kompetenzen mit jeder Menge Spaß. Sabine Brunner schätzt das Projekt sehr und weiß: »Es ist auf der einen Seite ein Lernprozess für ihren Beruf, für Partizipation und auf der anderen Seite für ihr eigenes Erleben.«
Bürger der Stadt Chemnitz, Vereine oder Initiativen können Spielplatzpaten werden. Sie arbeiten mit der Bürgerpolizei für den Schutz der Kinder und mit der Stadtverwaltung für die Umsetzung ihrer Ideen zusammen. In vierteljährlichen Treffen der Paten können Erfahrungen und Erlebnisse mit der Kinderbeauftragten und dem Grünflächenamt ausgetauscht, Lösungen für bestehende Probleme gesucht und Ideen auf ihre Realisierbarkeit geprüft werden.
Denn Spielplätze, die öffentlich betrieben werden, werden nicht einfach nur gebaut und sind dann da. Einerseits ist die Kreativität der Planer eingeschränkt, da es keine Aufsicht bei öffentlichen Spielplätzen gibt und demzufolge bestimmte Normen greifen, die manche Dinge schlichtweg unmöglich werden lassen. Es herrschen also gewisse Zwänge wie TÜV-Abnahmen und Genehmigungen. In jedem Jahr gibt es andererseits eine großangelegte Überprüfung des jeweiligen Spielplatzes sowie eine fachmännische Prüfung, die jede Woche erforderlich ist. Die Paten lösen diese Probleme nicht und verringern auch nicht den Betreuungsaufwand der Kommune, aber sie sind ein Teil der sozialen Kontrolle über diese öffentlichen Plätze.
Als Ansprechpartner für die Nutzer geben sie eine direkte Rückmeldung an die Stadtverwaltung, unterstützen damit das bedürfnisorientierte Handeln der Verwaltung und schaffen Nähe zwischen Bürger und Stadt. Ziel ist es, für jeden Spielplatz einen Paten zu finden. Chemnitzer, die sich für eine Spielplatzpatenschaft interessieren, können sich gern an Karin Lohr (kinderbeauftragte@stadt-chemnitz.de) sowie das Grünflächenamt (grünflächenamt@chemnitz.de) wenden.






