Tag für Tag gefüllt mit Zahlen, Rechnungen und ganz vielen Experimenten
Gegeben sei ein Jahr 2008, eine Wissenschaft und ein Drang,
Menschen mit Mathe zu vereinigen. Gesucht ist eine Möglichkeit
für diese Umsetzung. Lösungsweg ist das Wissenschaftsjahr
2008 - das Jahr der Mathematik.
Zahlen findet man überall im
Alltag. Ob beim Sport, in Medizin, Kunst, Verkehr oder Logistik.
Sie kennen keine Grenzen und keinen Halt vor dem täglichen
Leben. "Germany's next Topmodel" Babara Meier erinnert sich
zurück: »Auf dem Zeugnis hatte ich immer eine Eins in
Mathe. Das Fach hat mir schon in der Schule Spaß gemacht. Ich
wollte über den Lehrplan hinaus noch mehr lernen. Allerdings
war ich da oft die Einzige.« Barbara Meier hat sich für
ein Mathematikstudium entschieden, welches sie trotz Modelkarriere
nie ganz an den Nagel hängen will. Doch was fasziniert ein
Topmodel an dem Fach der Zahlen? »Ich mag, dass Rechenkunst
eine sehr beständige Wissenschaft ist. Was mich am meisten
begeistert, ist das logische Denken und der große Wert, der
auf Richtigkeit der Behauptung gelegt wird«, definiert
Barbara Meier ihre Leidenschaft.
Die Feministin, Alice Schwarzer ist hingegen der Meinung, dass
Mathe wichtig ist, »weil das Denken strukturiert wird und die
Fähigkeit zur Logik gestärkt. Eine Vorausetzung für
jede Art der Forschung.«
Zahlenlehre als Teil unseres Lebens! - Ein Tag im Leben von Familie
Müller. Sohn Karl will zur Schule. Bevor es losgeht,
müssen die Schnürsenkel noch schnell in die neuen
Turnschuhe gebunden werden. Welche Variante die stabilste ist,
lässt sich mathematisch ermitteln. Was Karl sicherlich morgens
nicht machen wird. Er entscheidet sich für die
Zickzack-Methode, die altbewährte Form.
Auf dem Schulweg singt er fröhlich die
Lieder seines Mp3-Players mit. Auch hier drinnen steckt wieder
reinste Rechnerei. Die Menge an Musikdaten hervorzurufen, die sich
auf der Festplatte moderner Mp3-Players befinden, ist nur durch
effektive mathematische Speicherung der Daten möglich - die
Mp3-Kompressionen. Während Karl, dank Kodierungstheorie
morgendliche Musik genießt, schaut sein Papa zu Hause den
Wetterbericht. »Ohne Mathematik gäbe es keine
Wettervorhersage, denn sowohl beim Messen an Wetterstationen, als
auch bei der Erstellung von Klimastatistiken werden
Rechenkenntnisse benötigt«, so Jörg Kachelmann,
Meteorologe. Er selbst hat an Algebra, Stochastik und Co schlecht
und gute Erinnerungen und demzufolge gute und weniger gute
schulische Noten vorzuweisen.
Dank moderner Rechenvorgänge kann Sonnenschein, Regen oder
Sturm frühzeitig vorhergesagt werden. Denn Daten der
Wetterstationen beschreiben den Zustand der Atmosphäre zu
einem bestimmten Zeitpunkt. Numerik berechnet, wie sich Temperatur,
Luftdruck, Windrichtung und Windstärke zeitlich
verändern.
Und auch auf dem Weg zur Arbeit wird klar, dass ohne
Crash-Simulationen im Rechner ständig hunderttausend Autos
gegen die Wand fahren müssten. Karls Mama steht indessen im
Supermarkt an der Kasse. Sie wundert sich, warum sie sich jedes Mal
an der falschen Kasse anstellt, nämlich an der, an der es am
längsten dauert. Dieses Phänomen lässt sich mit
Hilfe der Mathematik, genauer gesagt der Stochastik erklären.
Wartezeit, statt gleich kassiert zu werden, liegt an der
"Unregelmäßigkeit der Ereignisse". Kämen
Kunden in einem regelmäßigen Rhythmus an die Kasse,
würde es überhaupt gar keine Warteschlange geben.
So zieht sich die Mathematik durch den ganzen Tag der Familie
Müller. Bis Karl und seine Eltern am Abend erschöpft ins
Bett fallen, als plötzlich das Telefon klingelt. Wie hoch wird
wohl die Wahrscheinlichkeit sein, dass es ein unwichtiger Anruf
ist? Und da ist sie schon wieder - die liebe gute alte
Mathematik.
Die Wissenschaftsjahre sind seit dem Jahr 2000 ein Projekt des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie der
Initiative Wissenschaft im Dialog. Ziel ist es, die Naturlehre
für alle zugänglich zu machen und das Interesse der
breiten Öffentlichkeit an Forschungsideen zu verstärken.
Vor allem junge Menschen sollen zum Mitmachen angeregt werden. Das
Jahr der Mathematik wird in Kooperation mit der Deutschen Telekom
Stiftung und der Deutschen Mathematiker-Vereinigung
ausgerichtet.






