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Fragen und Antworten zur "Prävention von Übergewicht bei Kindern"


 

Ab wann ist mein Kind zu dick, und was kann ich dagegen tun?

Ärzte und Ernährungswissenschaftler sprechen bei Kindern von Übergewicht, wenn das Körperfett höher ist, als es seiner Altersnorm entspricht. Es entsteht, wenn über einen längeren Zeitraum hinweg mehr Energie aufgenommen wird, als der Körper verbraucht. Anhand von Körpergewicht und -größe des Kindes lässt sich der Body-Mass-Index (BMI) ermitteln1. Je nach BMI und Alter kann mittels Tabellen das Gewicht des Kindes als unter-, normal- oder übergewichtig eingeordnet werden. Die genauen Tabellen sind im Internet unter www.a-g-a.de2 zu finden. (siehe auch DGE-info 5/2003 oder www.dge.de).

Bei leichtem Übergewicht kann es ausreichend sein, das Gewicht über einen längeren Zeitraum zu halten. Wichtig ist es, ein richtiges Essverhalten zu fördern und zu mehr Bewegung zu aktivieren, also zum Beispiel:
• Kinder möglichst viel nach draußen schicken, damit sie sich bewegen
• zwischendurch Obst und Rohkost anbieten
• Konsum von Süßigkeiten durch Absprachen begrenzen.

Ist das Kind stark übergewichtig oder hat es zusätzlich eine Erkrankung, ist unbedingt eine Gewichtsreduktion erforderlich. Das Kind benötigt eine qualifizierte Betreuung durch Kinder-/Hausarzt, Psychologen, Ernährungsfachkraft und Sportmediziner. Vielfältige konkrete Tipps für Ernährung und Bewegung sind in dem neuen DGE/aid-Heft "Leichter, aktiver, gesünder - Tipps für Ernährung und Sport bei Babyspeck und mehr" zu finden3.

Mein Kind liebt Hamburger und Pommes. Was soll ich tun?

Bei Fastfood lieben Kinder und Jugendliche vor allem die Atmosphäre, das Essen mit den Fingern ohne strafende Blicke und das gesellige Miteinander unter Gleichaltrigen. Ab und zu ist es unbedenklich, den Kindern diesen Spaß zu gönnen, wenn die Ernährung ansonsten ausgewogen ist. Lieblingsgerichte, wie Pizza, Hamburger oder Chicken Nuggets, können auch zu Hause nachgekocht und durch die vorteilhafte Beilagen wie z. B. Salat, Obst, Fruchtsaft oder eine Quarkspeise, aufgewertet werden.

Sollte man Süßigkeiten verbieten?

Nein, nicht generell. Verbote würden Süßigkeiten nur noch attraktiver erscheinen lassen, daher ist Naschen mit Grenzen erlaubt! Aber es gibt Regeln. Maximal 10 % der Energiezufuhr können aus zucker- und fettreichen Süßwaren einschließlich Haushaltszucker eingeplant werden. Die Portion sollte möglichst klein sein. Süßigkeiten sollen nicht vor den Mahlzeiten gegessen werden und schon gar nicht diese Mahlzeiten ersetzen. Statt Verbot von Süßigkeiten empfiehlt sich, gute Alternativen anzubieten. So ist es sinnvoll und lecker, den Appetit auf Süßes mit Obst oder süßen Hauptmahlzeiten wie Milchreis oder Grießbrei mit frischem Obst, oder Quark-speisen zu stillen.

Ist Honig besser als Zucker?

Honig ist nicht empfehlenswerter als Zucker. Er besteht zu 80 % aus Zucker, knapp 20 % sind Wasser. Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme sind nur in Spuren enthalten. Zudem ist Honig nicht weniger kariesfördernd als Zucker und andere Süßigkeiten.

Kann man bei Kindergeburtstagen auf die Wünsche der Kinder eingehen?

Geburtstag wird nur einmal im Jahr gefeiert. Also sind Ausnahmen durchaus in Ordnung. Wichtig ist eine gesundheitsbetonte Ernährung im Alltag!

Ist Übergewicht erblich?

Eine Neigung zum Übergewicht wird in hohem Maße vererbt, trotzdem wird man nicht zwangsläufig dick. Ungünstige Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsarmut sind die eigentlichen Auslöser, d. h. man kann selbst etwas tun, denn auch bei genetischer Prädisposition kann durch gesundheitsbewusste Lebensführung Übergewicht vermieden werden.

Wie kann Fett eingespart werden?

Nach Ergebnissen der DONALD-Studie bevorzugen Kinder- und Jugendliche eher fettreiche Fleisch- und Wurstwaren. Auch Süßigkeiten, Gebäck, fettreiche Milchprodukte oder Pommes Frites führen zu einer höheren Fettaufnahme. Hier lässt sich in der Praxis durch einfachen Austausch von Lebensmitteln viel sparen. Durch den Einsatz magerer Wurst und Fleischsorten, fettarmer Milch und Milchprodukte kann man Kalorien sparen, ohne die Mengen zu verändern. Auch die Zubereitung spielt eine entscheidende Rolle. Fettreiche Kartoffel- und Nudelgerichte wie Kartoffelgratin, Pommes dann mit möglichst wenig Sahne bzw. Fett zubereiten. Sahne lässt sich meistens durch Milch austauschen. Beim Einkauf ist es sinnvoll, auf das Etikett der Lebensmittel zu achten, Fettgehalt und Zutaten können nachgeprüft werden.

Hilft Bewegung, Übergewicht zu reduzieren oder zu vermeiden?

Übergewicht und Bewegungsmangel stehen in engem Zusammenhang. Schon ein bewegter Alltag kann viel bewirken. In der Praxis gilt die Empfehlung: Vor allem "Taxi-Service-Fahrten" einschränken, viele Strecken lassen sich auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen. Den Kindern sollten sowohl drinnen als auch draußen Möglichkeiten zur Bewegung gegeben werden. Spielsachen wie Ball, Trampolin, Springseil, Roller, Inliner und Gummitwist animieren die Kinder zu mehr Aktivität. Sportliche Hobbys sollten nicht fehlen. Aber Sport muss Spaß machen, damit die Kinder mitmachen. Besonders geeignet auch für übergewichtige Kinder sind Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Reiten oder Ballspiele aller Art.
In speziellen Sportgruppen für Übergewichtige brauchen die Kinder Spott von anderen Kindern nicht zu fürchten. Mehr Bewegung tut der ganzen Familie gut. Wochenenden und Urlaube sollten entsprechend geplant werden. In zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen konnte ein Zusammenhang zwischen dem täglichen Medienkonsum insbesonder Fernsehen und elektronische Medien und Inaktivität sowie BMI und Fettverteilung festgestellt werden.

1BMI: Körpergewicht in kg / (Körpergröße in m) x (Körpergröße in m) 2Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter, www.a-g-a.de, Stichwort "BMI-Referenz".
3zu beziehen über den DGE-MedienService im Internet unter www.dge-medienservice.de für € 2,50 zzgl. Versandkosten

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