Kribbelbunt

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»Ein Clown betrachtet ja grundsätzlich alles anders«

…natürlich auch Situationen wie diese: Ein Kind liegt in der Klinik. Mal ist es schwerwiegender, mal weniger erkrankt. Die Angehörigen und das medizinische Personal versuchen, ihm nach Leibeskräften zu helfen. Und dann betritt plötzlich ein Clown das Zimmer und räumt als erstes um!

Beim Anpacken stellt sich heraus, dass das Bett nicht, wie angenommen, aus Gummi zu sein scheint und es ja ohnehin aus Sicht des bunten Zeitgenossen viel zu klein ist. Ganz nebenbei wird auch die Oma mit dem kleinen Patienten verwechselt. Und dann kommt zu allem Überfluss gleich noch in dem ganzen Tumult die mitgebrachte Gitarre zum Einsatz. Oder ganz anders: Der Clowns muss doch eigentlich verarztet werden. Von wem? Na, ganz klar, von dem kleinen Herren oder der kleinen Dame, die da faul im Bett rumlungern.

»Wir scheuen nicht davor zurück, ungewöhnliche Dinge zu machen. Denn man muss ja erst einmal an das Kind herankommen, um es zum Lachen bringen zu können«, sagt Uwe Lach. Er ist einer der Mediclowns und Inhaber der Pegasus-Theaterschule, in der sich die ehrenamtlich tätigen, allzeit fröhlichen Besucher der Uni-Kinderklinik und des Krankenhauses Dresden-Neustadt einmal im Monat zum Training treffen. Dort probieren sie, besprechen wichtige Themen und tauschen sich die etwa 30 Clownskollegen aus, die eigentlich alle aus ganz unterschiedlichen Berufsgruppen kommen und im Verein Mediclowns Dresden e.V. organisiert sind. »Wir wollen in erster Linie einen positiven Effekt auf die Befindlichkeiten der Kinder sowie damit auf den Heilungsprozess erwirken und die Arbeit der Krankenschwestern und Ärzte unterstützen. Das war ein langer Weg zur Akzeptanz«, erzählt Uwe Lach weiter. Denn das Über-die-Stränge-schlagen stünde ja im Widerspruch zu der Sensibilität für eine Krankenhaussituation. Aber gerade dazu sei die Rolle des Clowns, bei der ganz lustig und extrem traurig ganz nah beieinander lägen, am besten geeignet.

»An die Substanz geht es manchmal auch, zum Beispiel auf der Krebsstation, die für uns ein absolutes Muss ist«, so der Schauspieler und Regisseur, »da mit dem Bewusstsein ins Zimmer zu gehen und ein unbeschwertes Spiel zu entwickeln, ist nicht leicht.« Aber laut kleiner Clownskunde von Uwe Lach, legt sich der Schauspieler einen Schutzpanzer zu, verwandelt sich und Mitleiden gibt es in der Rolle, in die er geschlüpft ist dann nicht. Der Clown verrückt nicht nur die Zimmermöbel, auch er ist im wahrsten Sinne des Wortes der Situation entrückt.

Mehr Informationen

unter www.mediclowns-dresden.de

oder über die Theaterschule Pegasus

www.theaterschule-pegasus.de


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