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Der König der Dampflok

 

Richard Hartmann gilt als einer der bedeutendsten sächsischen Unternehmer aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Chemnitzer Fabrikant zählt zu den Wegbereitern des sächsischen Maschinenbaus und hatte großen Anteil an der Entwicklung der Stadt zu einer der Industriemetropolen Deutschlands.

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2009 begeht die Stadt deshalb das Richard Hartmann Jahr zu Ehren ihres erfolgreichen Sohnes.

1809 im Elsass geboren, gelangte der junge Richard Hartmann während seiner Gesellenjahre 1832 nach Chemnitz, um als Zeugschmied bei verschiedenen Fabrikanten zu arbeiten. Fünf Jahre später kaufte er zusammen mit einem Berufskollegen ein Maschinenbaugeschäft, in dem die beiden Kompagnons Baumwollspinnmaschinen reparierten. Da das Geschäft florierte, wurde bald die Produktion ganzer Spinnmaschinen aufgenommen. Als entscheidend für seinen Erfolg als Unternehmer erwies sich für Hartmann der Erwerb eines Patentes an einer Streichgarn-Vorspinn-Maschine, mit der die junge Firma „Götze&Hartmann“ ihren Durchbruch erlebte. In den folgenden Jahren wuchs das Unternehmen auf über 300 Mitarbeiter.

 

Der begnadete Konstrukteur Richard Hartmann hat sich nicht nur mit Textilmaschinen einen Namen gemacht sondern vor allem mit Eisenbahne

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n. 1848 gelang ihm zusammen mit Theodor Steinmetz die Herstellung der ersten deutschen Dampflokomotive. Die Chemnitzer Loks konnten gegenüber der englischen Konkurrenz bestehen und wurden weltweit exportiert. Insgesamt 4699 Lokomotiven rollten bis 1928 aus Chemnitz auf die Schiene, obwohl die Hartmannwerke lange keinen Anschluss ans Schienennetz besaßen. Die fertigen Dampfrösser mussten per Pferdegespann von der Fabrik durch die Stadt bis zum Hauptbahnhof gezogen werden. Bis zu 24 Pferde waren im Einsatz, um die eisenstrotzenden Loks durch die Straßen zu bewegen. Wöchentlich wurden zwei bis drei Lokomotiven fertiggestellt.

Weil dieser Weg der Auslieferung zeitaufwändig und teuer war und zudem die Straßen ruinierte, richtete der Unternehmer 1869 eine Petition an die sächsische Regierung, doch einen Gleisabzweig nach Chemnitz-Glösa zu bauen. Das Unternehmen scheiterte an einem Konkurrenten, dem Unternehmer Louis Schönherr, über dessen Grund und Boden das Gleis hätte verlegt werden müssen. Diese Auseinandersetzung ist als „Chemnitzer Eisenbahnkrieg“ in die Annalen der Stadt eingegangen. Erst 1908 wurde das Werk an den Industriebahnhof Altendorf angeschlossen und die Lok-Transporte per Pferdefuhrwerk gehörten seitdem der Vergangenheit an.

Letzter historischer Loktransport 1908

Zum 200-jährigen Geburtstag Richard Hartmanns wird während des Heizhausfestes im Sächsischen Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf vom 20. bis zum 23.08.2009 eine Lokomotive auf traditionelle Art durch die Stadt bewegt. Das Museum wird mit einer Dampf-Lokomotiven-Schau kleine und große Eisenbahnfreunde in Aufregung versetzen. Schon Mitte Juni gibt es das Chemnitzer Parkeisenbahnfest (13./14. Juni 2009), das neben Hartmann auch das eigene 55-jährige Bestehen begeht und für Kinder und Familien viele Überraschungen bereithält. Darüber hinaus würdigt das Industriemuseum den Chemnitzer Lok-König mit einer Sonderschau, die ab 23. August zu sehen ist.

 

Weitere Infos unter:

www.chemnitz-tourismus.de

www.historisches-chemnitz.de

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