Kribbelbunt

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Die Kinderversteher

Es ist Schlafenszeit im Kindergarten. Erinnern Sie sich? Wie Sie dort gelegen und sich schlafend gestellt um dann doch ab und zu blinzeltend nach den anderen Kindern Ausschau zu halten? Es ist gar nicht so schwer, sich zurück zu denken. Die deutsche Kinder- und Jugendstiftung macht das. Zwei Projekte zeigen beispielhaft, wie es geht, Kinder zu verstehen.

In Sachsen werden die vom Bund finanzierten Projekte »ponte« und »Demokratie von Anfang an« von Jens Hoffsommer geleitet. Letzteres Konzept wendet sich inzwischen an 20 Einrichtungen in Dresden, Kamenz, Bautzen und im Leipziger Land. Gemeinsam etwas zu bewegen, ist Schlüssel des Projektes. »Wir arbeiten nicht nur mit den Kindern, sondern mit Erziehern und Pädagogen zusammen. Die Erfahrung zeigt, dass sonst alles wie vorher ist, sobald wir weg sind«, verdeutlicht Jens Hoffsommer, der gemeinsam mit seinen Mitarbeitern und Partnern klare Ziele für jedes seiner Projekte definiert und an eben diesen in den nächsten Jahren intensiv arbeitet.

Was verstehen wir unter Demokratie und wie beteiligen wir die Kinder? - Diese Fragen sind bewegender Inhalt und letztlich positiver Auslöser zum "Andersdenken". »Sollen Kinder zum Beispiel ihr Essen selbst nehmen dürfen? Und können sie in der Ruhezeit entscheiden zwischen Schlafen, einem stillen Raum oder Aktivität?«, erinnert Jens Hoffsommer an Alternativen zum Bewährten. Selbst die Kleinsten können in Kinderkonferenzen Regeln und Strafen mitbestimmen. »Machtpositionen werden aufgegeben«, erklärt der engagierte Pädagoge. Die Einrichtungen finden auf diese Weise Zeit zum Reflektieren der eigenen Praxis, den Kindern wird »soziale Bildung« vermittelt, die oft vernachlässigte Grundlage von Sprachentwicklung und Naturwissenschaft. Aus ihnen sollen aktive Bürger im Gemeinwesen werden, die Konflikte ohne Gewalt lösen können. »ponte« hingegen, will, wie der Name schon sagt, Brücken schlagen zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen »weil sie oft nebeneinander her leben« wie Jens Hoffsommer weiß.

Im Brückenprojekt werden deswegen Tandems zwischen Kindergärten und Schulen gebildet und ihr Austausch gefördert. »Wir wollen ein Verständnis füreinander schaffen. - Von Seiten der Grundschulen heißt es ja oft: Ihr spielt ja nur. In Kindergärten hingegen ist der Lehrplan der Grundschule unbekannt.« - Bereits das beschreibt das oftmals bestehende Verhältnis der unterschiedlichen Einrichtungen.

Der bessere Austausch, der mit dem Projekt geschaffen wird, kann zum Beispiel für die Eltern genutzt werden. Oftmals sind sie stärker mit Sorgen belastet und aufgeregter als die kleinen Schulanfänger, da tut Kommunikation gut. Jens Hoffsommer will verschiedene Termine zusammenlegen und so Begegnungen zwischen Eltern, Kind, Erziehern und Lehrern ermöglichen. Eine Tandempartnerschaft die bereits angekurbelt wurde, war eine Begegnung, bei der Drittklässler zum Vorlesen in die Kita gekommen sind und den Kleineren etwas über das ABC erzählt haben.

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, Regionalstelle Sachsen: www.dkjs.de/sachsen

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