Kribbelbunt

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Zwischen Minzetee und Chamäleon

Klingt exotisch, nach Urlaub in einem fernen warmen Land. Es ist aber ein Kleinod im Großen Garten Dresden. Mittendrin zwischen Palais, Sommertheater und Parkbahn befindet sich in der zweiten Etage eines der vielen Pavillons das Jugend-Öko-Haus.

Geleitet wird es von Uwe Prokoph. Zur Begrüßung gibt es eine Tasse Tee aus einer Glaskaraffe mit frischen Pfefferminz- und Zitronenmelisseblättern. Schnell entdecken wir darüber die Gemeinsamkeit, dass wir beide diese Kräuterteemischung lieben. Nur nimmt Uwe Prokoph frische Pflanzen und bei uns zu Hause gibt es die Kräuter als getrocknete Mischung. »Ein schmackhaftes Getränk, sogar als kühles Erfrischungsgetränk geeignet«, führt er zu seiner Arbeit über und fügt hinzu: »Es gibt so vieles, was wir selbst hier in der Stadt entdecken und nutzen können. Daher ist unser Leitmotiv auch: Natur - erleben - verstehen - schützen!«

Und dieses Credo verfolgt das Team mit zwei hauptamtlichen und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern schon seit 17 Jahren, als man nach der Wende die Arbeit des Pionierhauses auf Schloss Albrechtsberg mit seinen naturwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaften weitergeführt hat. Die Kombination von Freizeit- und Umweltaktivitäten stand seither neben sozialen Themen im Mittelpunkt. Dabei vertrauen die Mitarbeiter auch auf Partner, die wie die Naturschutzjugend Dresden einzelne Projekte mit betreuen. Aber auch der Förderverein des Jugend-Öko-Hauses ist aktiv und unterstützt die Leute um Uwe Prokoph zum Beispiel bei der Organisation der monatlichen Naturfamilientage. »Wir setzen bewusst auf die Kompetenz der Eltern als Begleiter der Kinder, wenn sie zu verschiedenen Themen unsere unmittelbare Umgebung entdecken«, erläutert der Mittvierziger.

Dann zeigt er mir die Vitrinen mit ausgestopften Vogelmodellen und schildert mir die Erfolge von Kindern, wenn sie mit dem Feldstecher im Großen Garten die Vögel in der Natur entdecken können. So lernen die Kinder, ohne es selbst zu merken. Das macht nach Meinung von Uwe Prokoph Umweltbildungsarbeit aus: »Es ist eine Kunst, die eigene Idee so zu verpacken, dass die jungen Menschen selbst auf diese Idee stoßen und hieraus aktiv werden.« Und dafür reichen die kleinen Räume gerade aus. Es gibt sogar eine Bibliothek mit Arbeitstischen und eine Terrarienausstellung. Allein hier findet man neben einer südamerikanischen Riesenkröte auch die größte europäische Schlange, die Aesculapnatter. Das Reptil geht auf den antiken Gott der Heilkunst Asklepios zurück und ist heute das weltweite Symbol der Medizin.

Neben den verschiedenen Vogelspinnen, Kleinechsen und Schlangen werde ich auf das Jemen-Chamäleon aufmerksam gemacht, das sich frei an einem Baum in der Ecke des Raumes bewegt. So gibt es im Jugend-Öko-Haus des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland sowie im kleinen und Großen Garten vieles zu sehen, was wir im Alltag oft übersehen und wenn es nur ein erfrischender Tee aus selbst gepflückten Kräutern ist.

www.jugend-oeko-haus.de

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