»Kommet das liebliche Kindlein zu schaun«
Zu Weihnachten sind die Kirchen voll. Menschen in
aller Welt gedenken der Geburt Jesu Christi, nach christlichem
Glauben der Menschwerdung Gottes. Die Kinder erzählen im
Krippenspiel seine Geschichte.
Warum feiern wir eigentlich Weihnachten? Natürlich
der Geschenke wegen und auch, damit die Familie zusammenkommt. Im
Ursprung aber stellt Weihnachten neben Ostern und Pfingsten einen
der drei wichtigsten Feiertage im Kirchenjahr dar. Als Familienfest
mit gegenseitigem Beschenken ist es erst seit dem 16. Jahrhundert
bekannt. Da kann selbst die Tradition, einen Weihnachtsbaum
aufzustellen, auf hundert Jahre mehr zurückblicken.
Heute bekennt sich die Mehrheit der Menschen nicht mehr als
Christen. Dennoch halten viele an dem Brauch fest, zu Weihnachten
in die Kirche zu gehen. Zur evangelischen Christvesper oder zur
katholischen Christmette wird in vielen Gemeinden ein Krippenspiel
aufgeführt, das die Geschichte der Geburt Jesu Christi aus
ganz unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Mal stehen Maria
und Joseph im Mittelpunkt, die zur Volkszählung in ihre
Geburtsstadt Bethlehem eilen und dort vergeblich nach einer
Herberge suchen. Aber auch die Hirten, in deren Stall Maria ihren
Sohn zur Welt bringt, können von dem Wunder berichten, das mit
der Geburt des Jesuskindes in die Welt kommt.
In der Dresdner Christuskirche wird dieses Jahr das Kindersingspiel
"Mache dich auf, werde licht!" aufgeführt, das die
Weihnachtsgeschichte aus der Sicht von Damian, eines fiktiven
Sohnes von Melchior, einem der drei Weisen aus dem Morgenland,
erzählt. Eines Nachts entdecken die Sterndeuter einen hellen
Stern am Himmel. Ihm folgen sie, denn er verheißt die Geburt
eines großen Königs. Nach langer Reise kommen sie ins
Land Judäa und fragen im Palast des römischen
Statthalters Herodes, ob ihm ein Kind geboren sei?
Schließlich gelangen die Drei nach Bethlehem, einem Ort, der
eigentlich keinem wohlgeborenen Herrn würdig ist. Hier finden
sie ein Kind in einer Krippe liegend. Ihm huldigen die Weisen und
überbringen Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Die Proben für das Krippenspiel beginnen in der Dresdner
Gemeinde nach den Herbstferien. Einmal die Woche treffen sich
Kinder und Jugendliche, um den Text zu besprechen, gemeinsam zu
lesen und die Rollen zu verteilen. Gelegentlich komme noch eine
Extra-Probe am Samstag hinzu, erzählt der Kantor Burkhard
Rüger, der ab November das Mini-Musical einstudiert.
»Singen soll vor allem Spaß machen«, meint er
weiter und fügt hinzu, dass die ungefähr fünfzehn
Kinder vor ihrem Auftritt schon mächtig Lampenfieber
hätten.
Die passenden Kostüme sind in den letzten Jahren mit Hilfe von
Fördergeldern der Stadt angeschafft worden, so dass einer
bunten Reise zurück in die Zeit von Jesu Geburt nichts im Wege
steht.
Ihren großen Auftritt haben die Darsteller des Krippenspiels
schließlich am Heiligabend, dem 24. Dezember. Während zu
Hause die Bescherung auf sie wartet, singen die Kinder im
Gemeindehaus der Christus-Gemeinde um 15:15 Uhr von der frohen
Botschaft. Dann wird zu erleben sein, wie ein heller Stern die
Wahrsager und Sternendeuter aus dem Morgenland bis zur Krippe in
den Stall von Bethlehem führt.
Weitere Informationen finden Sie unter www.christuskirche-dresden.de
Hörspiel-Tip
Die Geschichte der drei Weisen aus dem Morgenland zum
Nachhören oder als Vorbild, selber ein Kinder-Mini-Musical auf
dein Beine zu stellen - das Liederheft (ISBN 3-89615-231-9) und die
CD "Der Stern von Bethlehem" von Dagmar und Klaus Heizmann
sind im Musikverlag GerthMedien erschienen.






