»Die weiße Taube und der Dummling haben mich wieder aufgerichtet«
Die Märchen sind es gewesen, an die sich Christa Harke wie an einen Strohhalm geklammert hat. Beim Erzählen im Puppenspiel hat die ehemalige Erzieherin nach ihrer Krankheit einen neuen Lebensinhalt gefunden.
Laut sächsischem Bildungsplan ist es wieder mehr
erwünscht und schon früher sind Märchen für
Schüler und Kindergartenkinder wichtige Elemente im
alltäglichen Spielen sowie Lernen gewesen. »So alt die
Geschichten sein mögen, in ihnen steckt viel Weisheit. Das
berührt die Seele und es kann sich jeder darin
wiederfinden«, unterstreicht Christa Harke. Ihr selbst ist es
so ergangen. Als die Dresdnerin nach ihrer langjährigen
Tätigkeit als Kindergärtnerin, Erzieherin und in der
Kinderklinik arbeitslos wurde, ist sie zusammengebrochen und krank
geworden. Durch Zufall hat sie damals ein Ausbildungsangebot in
Nürnberg im Märchenerzählen und Puppenspiel
entdeckt.
»Meine ersten Märchen waren "Die weiße
Taube" und der "Dummling". Wir haben dazu Bilder gemalt
und mussten uns damit auseinandersetzen. Das hat mich aufgerichtet.
Ich habe wieder eine Zukunft gesehen und es hat mir einfach
besonders gelegen, durch meinen früheren Beruf , zudem das ja
schon dazugehörte«, sagt die 63-Jährige nun
reichliche zehn Jahre später.
Seither ist die ausgebildete Märchenerzählerin
und Puppenspielerin auf Stadtfesten, in Einkaufspassagen und in
Kindereinrichtungen anzutreffen. Für die größeren
Kinder erzählt sie Märchen frei, die Kleineren kommen
meist in den Genuss ihres Puppenspiels mit schönen,
selbstgestalteten Bühnenbildern. Sie weiß aus ihrer
erzieherischen Erfahrung, was Kindern gefällt und wie man ihre
Aufmerksamkeit erhält. Und das geht nun mal mit gewählten
Worten über majestätische Damen und Herren aus
früherer Zeit und bunten Fantasiegebilden.





