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Menschen steuern zwischen gestern und heute


Von Manfred Lange könnte man behaupten, er ist genau der erfahrene und offene Partner, beidem man dann gut aufgehoben ist, wenn man selbstständig arbeiten möchte. Ehrlich, rührig und mit seiner langjährigen Erfahrung sowie realistischen Facheinsätzung der Marklage in der Region steht die ehemalige Führungskraft und der jetzige Seniorberater des RKW Sachsen Unternehmern mit Rat und Tat zur Seite.

In dem kleinen, nordwestlich der sächsischen Landeshauptstadt gelegenen Dorf namens Zschauritz, einem Ortsteil der Kreisstadt Großenhain, lebt Manfred Lange in einem idyllischen Einfamilienhaus zusammen mit seiner Frau. Neben seinem zweijährigen Enkel, seinem ganz großen Stolz fühlt er sich dazu berufen, Menschen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit zu helfen. Seine Art und Vorgehensweise sind dabei strategisch gut durchdacht, mitunter provozierend, vor allem aber gesprächs- und zuhörbereit.

"Ich wollte nicht als Rentner zu Hause hocken", sagt Manfred Lange. Eine nun glücklicherweise überstandene schwere Krankheit machte ihn vor zwei Jahren zum Invalidenrentner und hätte den agilen Mann beinahe doch dazu gezwungen. Mit ungeheurem Willen und neuer Kraft arbeitet der Agrar- und Diplom- Betriebswirt heute weiter und stellt seine Erfahrungen als eine ehemalige Führungskraft der Akademie für Landwirtschaft zu DDR-Zeiten in Berlin und Dresden und seit Ende der neunziger Jahre Unternehmensberater teils jungen, aber auch älteren Menschen zur Verfügung.

"Es hat sich einfach für mich angeboten, denn ich habe ja selbst schon jahrelang ein Unternehmen und Personen geleitet", sagt er. Wenn sich auch die Zeiten geändert haben. Am Ball bleiben, immer aktuelle Daten recherchieren und in neue Konzepte hineindenken sind mittlerweile Manfred Langes Lieblingsbeschäftigungen geworden. Obwohl er meint: "Die Fragen der Betriebswirtschaft sind denen aus DDR- Zeiten ähnlich. Aber es besteht ein genereller Unterschied im Verteilungsprinzip. Das heißt, unser Gewinn früher ging an den Staat und im Westen haben die Unternehmen sich selbst etwas erwirtschaftet.

Somit waren auch Investitionen aus dem selbst verdienten Geld und damit gesundes Wachstum möglich." Hinzu komme seiner Ansicht nach, dass in unserer Region heute größtenteils ausreichendes Eigenkapital fehle. Beispielsweise würden viele Handwerksbetriebe aus dem Nichts aufgebaut. Realistisch betrachtet sei es auch wenn die Unternehmer noch so fleißig sind fast gar nicht schaffbar, tatsächlich ein Unternehmen in Größenordnungen aufzubauen. Die passende Finanzierung zu finden, sei dabei eine der Hauptaufgaben.

Aber selbst dann sei es sehr schwer. Ganz im Gegensatz zur Situation in den Alten Bundesländern, wie Manfred Lange beim Vergleich feststellt: "Dort gibt es gewachsene Strukturen. Das Handwerk wird gewissermaßen vererbt. Somit sind in der Regel Eigenkapital und Werkstatt vorhanden." Das mag im ersten Moment etwas demotivierend klingen, bedeutet aber in und um Dresden doch für einige eine Perspektive, ist für manche ein Lebenstraum sich selbst zu verwirklichen oder gar ein Ausweg aus der Arbeitslosigkeit.

Drei Typen von Existenzgründern beobachtet Manfred Lange als Berater: "Erstens, diejenigen, die sich von vornherein berufen fühlen, selbstständig zu sein, zum Beispiel als Nachfolger ihrer Eltern. Zweitens, eine Reihe von Menschen sieht es tatsächlich als Ausweg, überhaupt arbeiten zu können. Und drittens, kommen auch ältere Arbeitnehmer, die ihren Job verloren haben, aber sich gern weiter be- schäftigen möchten zu mir." Seine Einschätzung der generellen Entwicklung in und um Dresden fällt zu Gunsten des Handwerklichen und der Dienstleistungen rund ums Haus aus. Alles Leistungen, die große Betriebe gar nicht erbringen können.

Deshalb braucht unsere Wirtschaft auch kleine und mittelständische Unternehmen. Sie bilden das Rückrad. Was sieht die Unterstützung von Manfred Lange konkret aus? Eine Methode hat sich in seiner Beratungspraxis besonders bewährt - der Tip des Probierens. Wenn es möglich ist, sollte jemand seine Geschäftsidee für ein Viertel- bis halbes Jahr einfach als Nebengewerbe laufen lassen, bevor es richtig ernst wird. Dann kann sich eine Perspektive zeigen oder auch, dass es nicht funktioniert und es ist nichts verloren. "Ich hatte noch keinen Existenzgründer, der nicht mehr am Markt ist", kann Manfred Lange stolz behaupten, "weil ich davon ausgehe und das vor allem auch deutlich mache, dass nicht jeder als Unternehmer geboren ist."

Hat das Vorhaben zur Selbstständigkeit die "Bewährungsprobe" bestanden, muss diese auch im nächsten Schritt der potentielle Existenzgründer bestehen. Dazu gehört vor allem, sich bewusst zu machen, was es bedeutet Unternehmer zu sein - vom Zeitaufwand, der Aufgabenmehrbelastung her und viel Idealismus. Am besten sollte auch Partner da, der voll und ganz mit dahintersteht. Und natürlich muss sich die Geschäftsidee ansich eignen. Ist das alles nicht hundertprozentig der Fall, rät Manfred Lange auch von der Existenzgründung ab. Bei der Frage nach dem Morgen, seinen ganz persönlichen Wünschen für die Zukunft, bekräftigt er: "Das A und O ist für mich, gesund zu bleiben und anderen durch seinen Erfahrungsschatz weiter zu helfen können." Er fügt hinzu:

"Wie ein Jungbrunnen ist dabei für mich auch der Umgang mit der jüngeren Generation." Sich Zeit für den Nachwuchs zu nehmen, sich mit Neuem zu beschäftigen und auszutauschen - auf all das möchte Manfred Lange nicht verzichten. Und da spricht aus ihm nicht nur der Berater von Unternehmern, sondern auch ein liebevoller Opi …
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