Ein Kindertagsgeschenk der besonderen Art
Bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und sommerlich warmen Temperaturen machen sich die Kinder des Schulhorts der Grundschule Stadtilm auf den Weg in die Landeshauptstadt, um ein ganz besonderes Geschenk zu genießen…
Die bunte Rasselbande der Sechs- bis Zehnjährigen wartet gespannt vor den Türen des Erfurter Puppentheaters Waidspeicher. Fröhliches Schnattern, Lachen und aufgeregte Kinderstimmen begleiten das bunte Gewimmel, als sich die Türen öffnen, die Kinder in den Saal strömen und jeder den für sich schönsten Platz sucht. Die Aufregung legt sich erst, als das Licht erlischt, sich die Türe schließt und der Spot angeht…
Eine bunt gekleidete Schauspielerin erscheint auf der
Bühne, sie trägt einen schwarzen Hut, kneift die Augen
ganz fest zusammen und versteckt sich unter einem Tisch - nur der
Hut bleibt sichtbar. Plötzlich erscheint sie von Neuem: wieder
kneift sie fest die Augen zusammen, wieder verschwindet sie unter
dem Tisch - ein zweiter Hut bleibt sichtbar.
»Häää? Wie kann das sein? Das gibt's doch gar
nicht!« die jungen Zuschauer sind außer sich, in der
ersten Reihe stehen die Kinder sogar auf und versuchen, über
den Tisch zu lunzen, als die Schauspielerin erneut erscheint:
wieder mit Hut, wieder kneift sie fest die Augen zusammen, aber
diesmal setzt sie sich ans Klavier und klimpert versonnen mit den
Fingern auf den alten Tasten.»Schmetterlinge sind wie das Niesen des Regenbogens…«, beginnt sie mit sanfter Stimme die Geschichte über die Arbeit der "Gestalter aller Dinge" zu erzählen, deren Akteure vier phantastische Puppen aus Holz sind - bewegt und belebt durch Hände und Stimmen des Erfurter Puppentheater-Ensembles. Sie hämmern, sie bohren, schrauben und klopfen. Es zischt, es dampft und seltsame Laute erklingen: »Was zum Teufel war denn das jetzt? Das klingt ja wie ein Rennwagen!« tönt es aus den vorderen Reihen, als plötzlich ein Riesen-Marienkäfer über die Bühne brummt...später eine Biene...und dann summt ein frisch erfundener kleiner "Leuchtstern" über die Bühne. »Glühwürmchen, das heißt Glühwürmchen!« tönt es diesmal von weiter hinten.
Alles auf der kleinen Theaterbühne dreht sich um den Held des Stückes: "Rodolfo" und seinen Traum, etwas ganz Besonderes zu erfinden - ein Geschöpf, das zugleich Tier und Blume ist. Obwohl sich seine Arbeit als langwierig und sehr schwierig erweist, gibt er seinen Traum nicht auf, auch dann nicht, als sein Freund ihm erklärt, dass nicht alle Träume in Erfüllung gehen. - Und der Held der Geschichte soll Recht behalten. Am Ende des Stückes flattert ein Insekt aus seinen Händen: »Anmutig wie eine Blume und kann fliegen wie ein Vogel.«, wie Rudolfo meint.
Begeistert klatschen die kleinen Zuschauer in die Hände als sich die Schauspieler verbeugen und das Licht angeht. »Zugabe!« rufen sogar einige der Theater-Neulinge, denen das phantasievolle Stück über die Entstehung des Lebens und die Macht der Träume gefallen hat. »Das war toll!« sagt die siebenjährige Sophie-Marie nach dem Stück. »Besonders, wo der den Schmetterling erfunden hat. Ich mag Schmetterlinge!«, »...und das mit dem Hund, der sich immer so lustig gedreht hat.«, ergänzt ihre Freundin Jasmin, die ebenfalls in die erste Klasse geht. Die beiden Mädchen strahlen über das ganze Gesicht. »Ich fand das Stück sehr süß!« verrät auch Erzieherin Manuela Schramm. »Das war doch ein tolles Kindertagsgeschenk, oder?«, fragt sie in die Kinderschar, die mit einem lauten »Jaaa!« antwortet. »Wir wollten mal was anderes schenken an diesem besonderen Tag - nicht immer nur langweiliges Spielzeug...«, sagt sie mit einem Augenzwinkern zum Abschied und lenkt die Kleinen zurück in Richtung Bahnhof.





