Kribbelbunt

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»Das ist nicht magschnetisch!« - neugierige Forscher in Aktion

Wieso wird der schwarze Strich bunt? Weshalb leuchtet die Lampe? Woher kommt der Regenbogen? Wie entstehen Seifenblasen? Schon im Kindergarten können kleine Forscher Phänomene aus Natur und Physik unter die Lupe nehmen, so wie in Erfurt und Jena, wo Einsteins Nachwuchs schon früh am Morgen kräftig übt…

Experimentieren1»Das ist nicht magschnetisch!«, stellt Melissa entschieden fest, nachdem sie mehrmals probiert hat, mit einem großen Magnet einen Knopf anzuziehen. Die Fünfjährige und ihre Erfurter Kindergartengruppe aus dem "Regenbogenland" probieren heute gemeinsam mit ihren Erzieherinnen verschiedene Experimente. Da steht eine Schüssel mit Schrauben, Knöpfen, Nägeln und Wasser. Erzieherin Sylvia Berger zeigt gerade, wie man mit dem Magnet Gegenstände aus dem Wasser holt, ohne nasse Finger zu kriegen. Auf einem anderen Tisch stehen weiße Blumen in Gläsern mit buntem Wasser und nebenan tummeln sich fünf Kinder um einen Tisch mit einer großen grünen Wasserschüssel, schwarzen Filzstiften und Filterpapier. Ein fast volles Glas, daneben ein kleiner Berg Büroklammern und im nächsten Raum ein ganzer Tisch mit Batterien, kleinen Kabeln und Glühbirnchen…

im Erfurter Regenbogenland findet sich alles, was ein kleines Forscherherz begehrt. Doch nicht nur in der Landeshauptstadt wird geforscht und experimentiert. Im Osten Thüringens hatte sich 2008 eine ganze Stadt der Wissenschaft verschrieben. Jena kümmert sich unter dem Motto „Wissen und Wachsen. Made in Jena“ auch um die Kleinsten unter den Wissenschaftlern. Seit zwei Jahren mit einer Forscherkiste vom Siemens Bildungsprogramm „Generation 21“ ausgestattet, experimentieren die Kinder der Integrativen Kindertagesstätte "Frechdachs" einmal in der Woche zu einem bestimmten Thema. »Wir fangen mit der Farblehre an. Wie entstehen Farben? Wie entsteht ein Regenbogen? Wie setzen sich Farben zusammen? Wo kommen Farben eigentlich her?«, beschreibt Silke Lorenz, die zusammen mit Kollegin Angela Finke die „Forscherstunden“ betreut. Gemeinsam mit den Kindern beobachten sie die Lichtbrechung in Prismen und CDs oder basteln mit Filterpapier und Filzstiften Papierblumen, die sie anschließend gemeinsam gießen, um den Kindern zu zeigen, dass im Schwarz eigentlich ganz viele Farben enthalten sind, schildert die 37-Jährige den Forscheralltag in Jena.

Experimente2»Wenn wir zum Thema Wasser experimentieren, sind wiederum Seerosen etwas ganz Besonderes. Wir falten aus speziellem Papier eine Blume und lassen sie auf dem Wasser schwimmen. Durch das Aufsaugen des Wassers öffnen sich die Blätter der Rose und wir können den Kindern vor Augen führen, wie Pflanzen trinken«, beschreibt sie. Jenas Forschernachwuchs bekommt für’s Experimentieren sogar Brief und Siegel, erzählt Silke Lorenz »Die Kinder erhalten Forscherpässe, in denen jede Teilnahme an einem Experiment mit einen Stempel dokumentiert wird und wenn die Kinder nach zwei bis drei Durchgänge, genug Stempel gesammelt haben, wollen wir auch richtige Forscherdiplome verteilen«, erklärt die "Frechdachs"-Erzieherin und verrät, dass sie Ende des Jahres die ersten kleinen Diplomanten in Jena erwarten.

In Erfurt stehen die jungen Wissenschaftler aus dem "Regenbogenland" ihren Jenaer Kollegen in punkto Forscherdrang in nichts nach. »Unsere Kinder sind so neugierig und wissensdurstig.«, beschreibt Gruppenleiterin Simone Heiden ihre Schützlinge. Umso besser, dass sie seit Ende letzten Jahres ebenfalls die Forscherkiste zur Verfügung haben, mit der sie den Wundern des Alltags so richtig „wissenschaftlich“ auf den Grund gehen können. »Wir haben mit Umweltbildung angefangen: Wie kann man Licht und Wasser sparen? Wie trennt man Müll? Dann haben wir eine ganze Zeit lang viel mit Strom und Glühbirnen experimentiert – das gehört zu den Lieblingsthemen der Kinder. Sie sind da sehr interessiert und probieren ständig. Zur Zeit haben wir das Thema Wasser und machen dazu viele Experimente.« Die Kinder kennen sich gut aus – auf richtige kleine Experten trifft man im Erfurter "Regenbogenland".

»Aber was passiert nun mit der Farbe, dem Filzstift und dem Wasser – schwarz ist doch nicht bunt!?«, fragt die Pädagogin. »Doch!«, erklärt Julia »also Du nimmst da so einen Stift und malst was auf dieses Papier, dann tropfst Du mit der Spritze Wasser drüber und dann kannst Du’s sehen. Ich hab' schwarz genommen und jetzt sieh' mal!« Tatsächlich, Julias Kreis hat sich auf einmal verfärbt und auch Max und Sofie-Marie zeigen stolz kleine Papierkreise und beschreiben, was sie gesehen haben: »Wir haben erst so einen Kreis gemalt und dann ist es bunt geworden.«, erklären die beiden kleinen Forscher ganz aufgeregt durcheinander.

»Was den Kindern vor allem Spaß macht, ist alles, bei dem sie ein Resultat sehen oder etwas haben, das sie anfassen und mit nach Hause nehmen können«, erklärt Sylvia Berger und nimmt lächelnd die Papierkreise entgegen. »Sie brauchen etwas, dass sie sehen, anfassen und ausprobieren können«, ist das Fazit der Erfurter Pädagogin, die ihrer nickenden Kollegin zulächelt. »Unsere Kinder mögen alles mit Wasser, weil sie da so herrlich rummatschen können.«, ergänzt sogleich Simone Heiden und fügt mit einem schmunzelnden Seitenblick hinzu: »Stimmt’s Max, wisch bitte die Pfütze wieder auf, die Du da auf dem Tisch gemacht Experimente3hast!« und weist zum großen Glasfenster.

Dort draußen werden gerade kleine und große Seifenblasen gepustet, gezogen und von begeisterten Kinderhänden eingefangen, während sich drinnen die engagierte junge Pädagogin nun an einen der kleinen Tische setzt und den Kindern zuruft: »Schaut mal, wollt Ihr mal sehen, wie schmutzige Luft aussieht?« Unter neugierigen Blicken lässt Simone Heiden in einer Flasche kleine Nebelschwaden entstehen und erklärt, was passiert. Staunend scharen sich die jungen Erfurter Wissenschaftler um ihre Erzieherin und fordern sie auf: »Noch mal, zeig’s noch mal!«


Tip: Natürlich hört die große Wissenschaft der Kleinen im Kindergarten noch lange nicht auf: Eltern können mit einfachen Mitteln ihrem kleinen Einstein ein „Labor im Kinderzimmer“ einrichten: mit leeren Marmeladengläsern, Joghurtbechern und Strohhalmen können die Nachwuchsforscher dann auch zu Hause gemeinsam mit ihren Eltern experimentieren. Mit den Experimenten aus der KIDS und Co-Rubrik „Kleiner Einstein“ gibt’s dazu auch gleich die richtigen Anregungen!

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