Kribbelbunt

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Die grüne Schule von Gera

Inmitten der Geraer Altstadt öffnet der Botanische Garten täglich seine Pforten und entfaltet sich vor den Augen seiner Besucher zu einem grünen Paradies mit beeindruckender Flora und Fauna. Natürliche Lebensräume wie Laubwald, Moor, Fels- und Schotterflur, Teich- und Muschelkalkgebiete wurden im Garten nachgestaltet und beheimaten heute eine unglaubliche Artenvielfalt.

Mehr als 800 unterschiedliche Pflanzen gibt es hier, unter ihnen beispielsweise die "Kleine Seerose", die als kleinere weißblühende Version der gemeinhin bekannten Schwimmblattpflanze, aufgrund ihrer Seltenheit unter Naturschutz steht, ebenso wie Trollblume, Flaum-Eiche, Pechnelke und über 60 weitere Pflanzenarten. Die Grüne Oase, die bereits seit 1897 als botanischer Lehrgarten angelegt ist, beherbergt zudem zwei natürliche Quellen und das historische Turmhaus der alten Stadtgärtner, dass heute als Lehr- und Ausstellungsgebäude der "Grünen Schule" genutzt wird.

Für seine kleinen Besucher haben sich die großen Gärtner etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Jeden Mittwochmorgen in den Sommermonaten können die Naturentdecker im Rahmen der offenen Veranstaltung "Tümpeln am Teich" Wissenswertes über die Pflanzen aus dem Teichgebiet der Region erfahren, so auch über die Kleinste der Gartenbewohnerinnen: die "Kleine Wasserlinse", eine winzige Schwimmblattpflanze, die gerade mal aus einem Blatt und einer Wurzel besteht. Diese und andere Pflanzen, Blätter und Pflanzenteile sammeln die Kinder dann, um sie gemeinsam und mit Hilfe von Arbeitsblättern zu bestimmen, zuzuordnen und in ihr eigenes Exkursionsprotokoll einzutragen.

Natürlich folgen die Mädchen und Jungen an diesen Tagen auch den nahe liegenden Spuren der Fauna, denn, wie Naturexpertin Kornelia Meyer weiß: »Rund um den Teich können die Schüler sehr viele Insekten schon mit bloßem Auge beobachten, angefangen von Libellen über Wasserläufer bis hin zu den weniger beliebten Mücken. Im Teich gibt es kleine Stichlinge und wenn man nur mal die Blätter der Schwimmpflanzen umklappt, kann man schon die ersten Spuren der Schneckenlarven entdecken«. Ausgestattet mit Kescher und Wasserwanne "sieben" die Kinder dann auch die kleinsten Wasserbewohner und betrachten mit einer großen Lupe oder unter dem Mikroskop Wasser- und Schlammschnecken, Eintagsfliegenlarven, Wasserkäfer, Libellenlarven und weitere winzige Organismen, die sie mit Hilfe ihrer Arbeitsblätter bestimmen und zuordnen. So erleben die Schüler ein bis zwei Stunden intensive Naturbeobachtung und werden zu kleinen Biologen und Botanikern, die am Ende mit ihren wichtigen Aufzeichnungen und jeder Menge neuem Wissen die grüne Oase verlassen.

Aber nicht nur die kleinen Gartenbesucher können durch ihre eigenen Entdeckungen in der Natur lernen, auch die "Großen" sind in den Sommermonaten regelmäßig eingeladen, an den Kräuterführungen im Botanischen Garten teilzunehmen und in bunter Gesprächsrunde über Heil- und Nutzpflanzen zu diskutieren.

Übrigens: Im Herbst lädt der Botanische Garten zum Erntefest mit Wissenswertem rund um die Kartoffel mit einem bunten Familien- und Kinderprogramm.

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