Schnepfenthaler Sprachtalente
Mehr als das chinesische "Nĭ Hăo", was so viel
wie "guten Tag" bedeutet, haben die Schüler der
Salzmannschule Schnepfenthal, das Staatliche Spezialgymnasium
für Sprachen, auf Lager.
Ab der
Klassenstufe sechs nämlich können die begabten
Schüler des Gymnasiums Chinesisch als zweite Fremdsprache
wählen. 108 Pennäler der Klassen sechs bis zwölf
haben sich im Schuljahr 2008/2009 für den Unterricht bei ihren
zwei muttersprachigen Lehrern entschieden. »Beim ersten
Abitur 2009 an der Salzmannschule wird es Chinesisch wohl auch
erstmalig als Prüfungsfach in Thüringen geben«,
freut sich der Schulleiter, Dirk Schmidt.
Neben Chinesisch dürfen die jungen Schlauberger aber
ab der sechsten Klasse auch Japanisch oder Arabisch lernen.
Insgesamt fünf Wochenstunden bis zur achten Klasse steht dann
nämlich das Pauken einer nichteuropäischen Sprache auf
dem Stundenplan.
Das Spezialgymnasium in Schnepfenthal wurde 2001 neu
gegründet. Jedes Schuljahr werden 60 Schüler bei einem
Auswahlverfahren in die fünfte Klasse aufgenommen. Zusammen
mit Professor Ernst Hany von der Universität Erfurt wird bei
den Tests die Sprachbegabung der Kinder festgestellt. »Durch
Professor Hany ist eine wissenschaftliche Begleitung unseres
Konzeptes garantiert«, erzählt uns Dirk Schmidt. Das
Konzept der Salzmannschule sieht vor, die Schützlinge in der
Zeit ihrer Schullaufbahn in vier modernen Fremdsprachen
auszubilden. »In der fünften Klasse geht's los mit
Englisch. Ab der sechsten kommt, wie gesagt, eine
außereuropäische Sprache dazu, ab der achten Klasse eine
romanische Sprache oder Russisch und ab der neunten Klasse eine
weitere romanische Sprache«, beschreibt der Schulleiter den
Entwicklungsfortschritt seiner kleinen und großen
Zöglinge.
Seit Dezember letzten Jahres gibt es für die
Zehntklässler der Salzmannschule noch etwas Neues. Statt einer
vierten Fremdsprache können sie sich alternativ für ein
wirtschaftswissenschaftliches Frühstudium entscheiden.
»Damit erhalten unsere Jungstudenten eine gewisse
Grundausbildung, wie bei einem
Bachelor-Studium«, freut sich der Schulleiter des
Spezialgymnasiums. Einzelne Module, insgesamt etwa zwei Halbjahre
eines sechssemestrigen Bachelors, haben diese jungen Studenten dann
schon parallel zum Abi absolviert. Im Kontext des
Bolognia-Prozesses heißt das dann für die Wirtschafter,
nach weiteren zwei Jahren Studium einen überall anerkannten
Studienabschluss erwerben zu können. Finanziert wird das ganze
aus einem europäischen Fonds und erfolgt in enger
Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Ilmenau. 15
Schüler haben sich für diese Grundausbildung in diesem
Wintersemester entschieden. »Damit erhalten sie eine
Vorleistung, die eigentlich jedem zu Gute kommt, auch wenn der
Schüler später doch lieber Jurist oder etwas anderes
werden möchte«, lobt Dirk Schmidt diese neue
Möglichkeit an der Schule in Schnepfenthal.
Da sich die Jüngsten aus ganz Deutschland für eine
Schullaufbahn im Salzmanngymnasium bewerben dürfen, gibt es
hier auch ein Internat, das 80 Prozent der angenommen Schüler
aufnimmt.
www.salzmannschule.de




