Kribbelbunt

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…weil sich Kämpfen immer lohnt!

»Die Welt und das Leben zu lieben, auch unter Qualen zu lieben, jedem Sonnenstrahl dankbar offen zu stehen und auch im Leid das Lächeln nicht ganz zu verlernen«
(Hermann Hesse)

…vor dieser Herausforderung stehen jährlich fast 1800 Familien in Deutschland. Sie eint eines der schwersten Schicksale, das einer Familie widerfahren kann: Das eigene Kind hat Krebs.

Vor zwei Jahren hatte Andrea Winter bei ihrer damals 13-Jährigen Tochter Sarah am Körper Hämatome bemerkt, die nicht wieder von alleine verschwanden. Zu diesem Zeitpunkt ahnte die 51-Jährige noch nichts von der schrecklichen Krankheit ihrer Tochter. Die Diagnose vom Hausarzt war ein Schock für die Familie: Sarah hat Leukämie! »Wenn man so was hört, denkt man, man ist im falschen Film. Ich wollte es nicht wahrhaben und habe immer gehofft, dass es doch was anderes ist«, erinnert sich Andrea Winter zurück.

Die Realität holte die Familie aus Chemnitz allerdings schnell ein. Eine Knochenmark-Transplantation war die einzige Chance für das junge Mädchen. Über das Deutsche Rote Kreuz und die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) suchte die Familie ein viertel Jahr lang nach einem geeigneten Spender für Sarah. Sogar 1000 Schüler ließen sich für sie testen. Dann endlich die erlösende Nachricht: Es wurde ein passender Spender gefunden. Doch der glücklichen Botschaft folgte ein langer und schwerer Weg für die ganze Familie.

Wie sich ein solches Schicksal anfühlt, weiß Katrin Mohrholz nur zu gut. Sie selbst hat ihr Kind damals an Krebs verloren und sich in der schweren Zeit oft Beistand gewünscht. Ihre eigene Erfahrung mit der Diagnose und das Wissen darum, dass sich viele betroffene Eltern alleingelassen fühlen in einer solchen Situation, haben sie einen eigenen Traum verwirklichen lassen. Denn Katrin Mohrholz leitet die Elterninitiative für krebskranke Kinder (EKK) in Jena. Hier bietet sie Familien Unterstützung und Halt in ihrer Situation. Familien die Hand reichen, sie auf ihrem schweren Weg begleiten, das ist Inhalt und zugleich Alltag im Haus der Elterninitiative, die 1989 auf der onkologischen Station des Klinikums Jena ins Leben gerufen wurde.

Die damals betroffenen Eltern hatten das Bedürfnis, miteinander zu reden, sich auszutauschen und einander Kraft zu geben. Und dies ist bis heute so geblieben. »Betroffene können sich bei uns über ihre Erfahrungen untereinander austauschen und sich gegenseitig Mut machen. Alle haben Ähnliches durchgemacht oder es steht ihnen noch bevor. Wir Mitarbeiter möchten für die Familien einfach nur da sein, ihnen möglichst alle Hürden aus dem Weg räumen und für sie Ansprechpartner für jegliche Fragen sein«, erklärt Katrin Mohrholz die Philosophie ihres Hauses im Forstweg 16.

Es ist zugleich auch der Ort an dem wir heute auf Andrea Winter treffen, die nun schon im zweiten Jahr der Krankheit ihrer Tochter den weiten Weg von Chemnitz hierher nach Jena auf sich nimmt. Als Sarah damals in der Ostthüringer Stadt operiert wurde, hat Andrea Winter erstmals in einer der farbenfrohen und liebevoll eingerichteten Wohnungen der EKK einziehen können.

Das Haus ist gerade einmal 20 Meter vom Klinikum entfernt. Betroffenen Familien bietet die Elterninitiative für die Dauer des Krankenhausaufenthalts ihres Kindes ein Zuhause. Andrea Winter blickt zurück: »Hier wurde ich aufgefangen, die Mitarbeiter haben mir Mut gemacht. Ich konnte nah bei meinem Kind sein und trotzdem auch mal abschalten. Jeden Tag hin und herfahren, das hätte ich nervlich nicht gepackt.«

»Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis zu den Eltern, das tut uns allen sehr gut. Somit sind wir aber auch bewusste Grenzgänger«, erzählt EKK-Leiterin Katrin Mohrholz. »Wir sprechen aber nicht nur über die Krankheit, sondern auch über ganz Alltägliches - wie unsere Männer, Politik, über die pubertierenden gesunden Kinder und so weiter«, lacht die 43-Jährige. »Viele Eltern brauchen auch einen Rat in Sachen Wohnungssuche oder in rechtlichen Fragen. Wir stehen ihnen bei allem zur Seite ohne uns aufzudrängen und vermitteln somit das Gefühl: Wenn ihr uns braucht, dann sind wir da.«

Bewusste Entspannungsmomente gehören ebenso zum Alltag der Elterninitiative. So überlegen sich die Mitarbeiter immer wieder neue Aktivitäten, mal ist es ein Brunch-Vormittag, mal ein Wohlfühlabend - jedoch ist stets auch jemand da, wenn einen die Sorgen wieder einholen.
Während die Eltern im Haus der Elterninitiative neue Kraft tanken, bringt zwei Minuten entfernt Klinik-Clown Knuddel Abwechslung auf die Krebsstation der Kinderklinik. Jeden Mittwoch vertreibt er für einige Zeit alle Last und Ängste bei den kleinen Patienten und zaubert jedem Kind ein Lächeln ins Gesicht. Er ist für die Kinder ein Freund, sie haben Vertrauen zu ihm und erzählen ihm all ihre Geheimnisse.

Dorothea Kromphardt, die in dem bunten Clownskostüm steckt, ist Sozialpädagogin und gelernte Schauspielerin. »Sie ist ein unheimlich liebenswerter Mensch. Sie geht auf eine ganz besondere Art und Weise auf die Menschen zu und hat so eine positive und ganz andere Sicht auf die Welt«, beschreibt Katrin Mohrholz die junge Frau. Knuddel wird von den Kleinen nicht als Mensch wahrgenommen sondern als Gestalt aus einer ganz anderen Welt. Der Clown nimmt sich für jedes Kind soviel Zeit, wie es braucht. Wenn Knuddels Besuch vorüber ist, beginnt für die kleinen Patienten erneut der Klinikalltag.

lesen Sie hier weiter über die wertvolle Arbeit der EKK Jena

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