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Gesund und fit durch die Kindheit

Johanniter qualifizieren ihre Erzieher 

Kann gesundes und nährstoffreiches Essen auch Kindern schmecken? Wie können Erzieher die Sensorik und Motorik von Kindern und somit die Grundlage für die Entwicklung der Persönlichkeit fördern? Diesen und ähnlichen Fragen sind die Referenten und Teilnehmer des IV. Weimarer Forums am 8. November in Vorträgen und Workshops nachgegangen.

Die Johanniter wollen in ihren Kindertagestätten die Gesundheitspotentiale der Kinder und auch der Eltern, als Familien unterstützende Einrichtungen, stärken. Essen ist für Kinder nicht nur Nahrungsaufnahme, aus Sicht der Referentin Angelika Rusack brauchen Kinder ein "interessantes Mundgefühl - es muss knacken, kross sein und Spaß machen und dann greifen Kinder auch mit Begeisterung bei Möhren und andere gesunde Sachen zu". Kinder möchten spielerisch in die Vor- und Zubereitung aktiv mit eingebunden werden. Bereits im Oktober griffen die Mädchen und Jungen einer Johanniter-Kindertagesstätte in einem Kochbus zum großen Löffel, um Gemüseeintopf zu verputzen, über dessen Zutaten sie vorher viel Wissenswertes erfuhren.

Auf die richtigen Zutaten im Essen achten Ernährungswissenschaftler. Die Teilnehmer des IV. Weimarer Forums erhielten Einblicke in die Kontrollkriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und anderer unabhängiger Institutionen. Die Kontrolleure prüfen unter Berücksichtigung kindlicher Geschmackspräferenzen die Speisepläne von Kindereinrichtungen. Aber nicht nur die tägliche Versorgung in Kindereinrichtungen stand auf dem Programm.

In einem Workshop gingen die Teilnehmer der Frage nach, wie unbedenklich ein Kuchenbasar in der Kita ist. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass Eltern durchaus eingebunden werden können. Die Erzieher ihnen jedoch bei Elternabenden und anderen Gelegenheiten, Informationsmaterial über Hygienevorschriften aushändigen müssen und beratend zur Seite stehen sollten, sodass beispielsweise nur gebackene Kuchen, ohne Sahne und Ähnlichem, mitgebracht werden.

Neben den Zutaten der gesunden Ernährung gehört auch die Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften zum Alltag einer Kindereinrichtung. Hände waschen, aber wie ist es richtig? Wo die größten Keimherde im Alltag einer Kindereinrichtung lauern, zeigte Ernährungsberaterin Gabriele Ressel. Gabriele Ressel ging unter anderem auf das HACCP-Konzept (Hazard, Analysis, Critical, Control, Point) ein und die Notwendigkeit der Dokumentation der Vorgänge.

Große Aufmerksamkeit herrschte nochmals zum Ende des IV. Weimarer Forums. Nachdem die Teilnehmer selbst das Schwungtuch, Rollbrett und andere Sportgeräte für den Innen- und Außenbereich testen konnten, den Einsatz und die angesprochenen Sinne sowie Entwicklungspotentiale bei Kindern diskutierten, unterstrich Logopädin und Sensorische Integrationstherapeutin, Constanze Wittich, die Ergebnisse anhand therapeutischer Erfahrung. Jede Entwicklungsstufe von klein auf ist nach Constanze Wittichs Erfahrungen wichtig für die spätere Bewegungs- und Sprachentwicklung und sollte nicht im Eifer übersprungen werden. Eine gute Ausprägung der Bauchmuskeln, der Wirbelsäule, der Muskeln im Schultergürtel und den Armen wirkten sich auf die spätere Feinmotorik aus und somit auch auf die Sprachbildung.

Anhand alltäglicher eingebürgerter Trends und modischer Gepflogenheiten stellte Constanze Wittich negative Auswirkungen auf die Bewegungsentwicklung dar. Schon die Auto-Babyschale birgt nachhaltige Haltungsschäden. Kinder müssten ihr Gehirn selbstständig arrangieren. "Die Erzieherinnen können ihnen die Mittel dazu zur Verfügung stellen" sagt Constanze Wittich. Sie unterstrich das Anliegen der Johanniter und ermunterte die Erzieherinnen, Eltern auffälliger Kinder aktiv anzusprechen und Tipps für den Alltag zu geben sowie fachlich beratend zur Seite zu stehen. Viele Defizite könnten noch vor Schuleintritt korrigiert werden und den Kindern einen unbeschwerten Weg in die schulische Laufbahn bieten.

Als oft verkannte Steuerungsstörung nannte Constanze Wittich die Kopfgelenk-induzierte-Symmetrie-Störung (KISS).

Die Johanniter in Sachsen-Anhalt und Thüringen möchten in jeder Einrichtung einen Mitarbeiter befähigen, als Ernährungs- und Gesundheitsbeauftragter tätig zu sein. Die Mitarbeiter können als Fachkraft für kindliche Bewegung, Ernährung und Sprachentwicklung der Kindereinrichtung und den Eltern beratend und vorsorgend zur Seite stehen.


weitere Informationen zu den Johannitern: www.juh-sat.de

Bildmaterial: © Anne Arnold



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