In guten Händen
Ihr Baby schreit wie am Spieß beim Mützchenaufsetzen? Ihr Kind hat asthmatische Probleme oder mit seinem Kiefergelenk? Oder es schielt? Osteopathen sind von Natur aus neugierige Menschen, wandelnde Anatomiebücher. Sie können durch ihre ganz- heitliche Betrachtung und gezielte Handgriffe heilen helfen.
Osteopathie - was ist das eigentlich? Es hat nichts mit Osteoporose zu tun, wie sich im ersten Moment vermuten lässt. Dieses ganzheitliche Konzept und die speziellen, einfühlsamen Grifftechniken kommen aus den USA von einem Landarzt namens Andrew Taylor Still. Als „Werkzeuge“ sehen Osteopathen ihre Hände an, arbeiten mit Augen und Ohren, begreifen Medizin auf eine ganz andere Art. Ganzheitlich erkunden sie das Zusammenwirken der einzelnen Körperbestandteile, wie Organe, Gelenke, Bindegewebe, Muskeln oder Nerven, und fühlen sich in den Menschen hinein. Bei Kindern und Erwachsenen können sie so zum Beispiel Blockierungen, Spannungen, Migräne, Allergien, Asthma und Skoliosen lindern. Durch Hinterfragen und Spüren rollen Osteopathen die gesamte „Leidensgeschichte“ des Körperschmerzes auf, tasten sich Stück für Stück zum Ursprung und ergründen Zusammenhänge. Osteopathen arbeiten sehr an der Lebensqualität. Das bedeutet für sie Gesundheit. Je jünger der Mensch ist, umso aussichtsreicher ein Therapieerfolg. Eine kleine Asymmetrie am Becken, ein fester Bauch, Hüftfehlbildungen - auch in der Säuglingsbehandlung kann der Rat eines Osteopathen hilfreich sein und manches erklärbar machen. Selbst der Ärger beim Mützchenaufsetzen ist kein Wunder. Denn ist die Geburt nicht ganz ohne Komplikationen verlaufen, zum Beispiel mit Saugglocke, bleibt dieses negative Erlebnis am Köpfchen aber im Gehirn gespeichert. Durch sehr sanfte Streicheleinheiten kann man es ins Positive umwandeln. Generell meinen Osteopathen, die Hauptursachen für viele körperliche Disharmonien und Krankheiten seien bereits in der Schwangerschaft und bei der Geburt zu finden. Osteopathie ist von der Hochschulmedizin in Deutschland, im Gegensatz beispielsweise zu den USA, noch nicht anerkannt und wird zum Teil von Krankenkassen kritisiert. Und das obwohl der Abschluss als Arzt, Heilpraktiker oder Physiotherapeut sowie mindestens eine fünfjährige osteopathische Ausbildung mit 1.300 Unterrichtsstunden dafür berufliche Voraussetzungen sind. Osteopathen sehen ihre Arbeit als Ergänzung zum herkömmlichen medizinischen Angebot, würden gern mit Kinderärzten stärker zusammenarbeiten, in Hebammenpraxen und auf Neugeborenenstationen.






