Kinder und Hunde: Was Eltern beachten müssen
Zehn Regeln verhindern, dass Kinder gebissen werden
mit freundlicher Unterstützung von kindersicherheit.de
Hunde sind tolle Spielgefährten und Familientiere, aber
immer wieder werden sie auch zur Gefahr für Kinder.
Jährlich müssen in Deutschland schätzungsweise
30.000 bis 50.000 Bissverletzungen ärztlich behandelt werden,
und weit mehr als die Hälfte der Behandelten sind Kinder.
Bissverletzungen bei Kindern sind schwerwiegender als bei
Erwachsenen, weil Hunde kleine Kinder häufiger in den Hals
oder Kopf beißen. Wenn Hunde beißen, ist der Spaß
am Haustier schnell dahin.
Sollen Hunde ihren Platz in Familien mit kleinen Kindern finden,
dann bedarf es Regeln, die eingehalten werden. Kinder können
lernen, artgerecht mit Hunden umzugehen, sie als Tiere mit
angeborenen Instinkten zu respektieren und Verantwortung für
sie zu übernehmen. Wenn Eltern und Kinder das Verhalten von
Hunden richtig einschätzen und genug Zeit für die
Erziehung ihres Vierbeiners aufwenden, kann der Hund zum wertvollen
Familienmitglied werden.
Zehn Regeln für die Hundehaltung in der
Familie und den Umgang mit fremden Hunden:
1. Jeden Hund als individuelles Wesen betrachten!
Jeder Hund ist anders. Die Rasse allein sagt nichts
darüber aus, wie das einzelne Tier sich in bestimmten Momenten
verhält. Ein gutes Auge für das Verhalten des Tieres
hilft, kritische Situationen rechtzeitig zu erkennen. Fremden
Hunden sollten sich Kinder wie Erwachsene generell vorsichtig
nähern, denn jeder Hund hat seine Eigenarten und auch eigene
Erfahrungen mit Kindern gemacht.
2. Den Hund niemals ärgern!
Augen, Ohren, Schnauze und Nase sind sehr empfindliche Stellen
für den Hund. Manche Hunde mögen es nicht, wenn man diese
Körperstellen streichelt, an ihnen zieht oder damit
herumspielt.
3. Einen Hund niemals beim Fressen stören!
Hunde reagieren wie Jagdtiere: Wenn sie etwas zum Fressen haben,
verteidigen sie ihre "Beute". Jede Störung wird als
Angriff erachtet. Der Hund verteidigt sein Futter, indem er knurrt
und beißt.
4. Patentrezepte gelten nicht!
"Hunde, die bellen, beißen nicht" - diese Regel ist
falsch, bellende Hund schnappen auch zu. Kinder sollten lernen, die
Gesamtsituation im Auge zu behalten, statt vermeintlichen Regeln
blind zu vertrauen.
5. Nicht Einmischen, wenn Hunde raufen!
Hunde, die sich in die Haare kriegen, sind außer Rand und
Band. Kinder sollten sich nicht in den Kampf einschalten, denn sie
sind nicht stark genug, die Tiere auseinanderzubringen.
6. Still halten, wenn ein Hund zuschnappt!
Wenn ein Hund nach einem Kind schnappt, sollte sich das Kind
möglichst still und ruhig halten und den Hund nicht anschauen.
Reißt es die geschnappte Hand weg, dann verstärkt der
Hund nur den Biss. Etwas, das sich nicht bewegt, wird für den
Hund dagegen schnell uninteressant und er lässt davon ab.
7. Fremde Hunde nur streicheln, wenn es der Besitzer erlaubt!
Ein Hund, der z.B. vor einem Geschäft angeleint ist, darf
nicht gestreichelt werden. Der Hundebesitzer sollte vorab immer
gefragt werden. Kinder sollten sich fremden Hunden nur langsam von
vorne nähern und warten, bis das Tier von selbst den Kontakt
aufnimmt.
8. Nicht vor Hunden weglaufen!
Hunde laufen und jagen gerne; sie wollen ein davonlaufendes Kind
schnappen. Deshalb: Stehen bleiben und sich vom Hund wegdrehen. Ein
stehender, unbeweglicher Mensch wird für den Hund schnell
uninteressant.
9. Baby unterwegs?
Den Hund vorbereiten! Wenn eine Geburt ansteht, ändern sich
die Regeln im Haus - und das sollte der Hund schon mehrere Wochen
vorher trainieren, damit er vorbereitet ist und das Baby nicht als
Konkurrenz empfindet. Was der Hund lernen sollte: Spielerisches
Beißen in menschliche Körperteile ist tabu; das
Kinderzimmer darf nicht mehr oder nur auf ausdrückliche
Einladung betreten werden; Kinderspielzeug ist kein Hundespielzeug.
Wenn das Baby da ist: Den Hund niemals mit dem Baby allein
lassen.
10. Auch Kinder müssen Rücksicht nehmen!
Schon ab dem frühesten Krabbelalter müssen Kinder lernen,
dass der Hund nicht immer als Spielpartner bereit steht und im
Haushalt einige Gegenstände zu finden sind, die nur für
den Hund sind. Die Hundedecke oder der Korb sind ebenso wie das
Hundespielzeug und der Futternapf für das Kind tabu.
Zur Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr
Sicherheit für Kinder e.V.
Die BAG in Bonn ist ein bundesweit tätiger Dachverband und die primär zuständige Lobby zur Verhütung von Kinderunfällen in Deutschland. Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie Rettungsorganisationen und technische Dienstleister. Die BAG setzt sich dafür ein, Kinderunfälle zu reduzieren und innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit zu entwickeln. Sie wird durch das Bundesministerium für Gesundheit, durch Penaten aus dem Hause Johnson&Johnson, durch den Gesamtverband Deutscher Versicherer und weitere Partner gefördert.




