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Design- und Kunstausbildung

traditionsverpflichtet und weltzugewandt

 

1294872097_4581__13.jpgDie Geschichte einer der mittlerweile attraktivsten Kunsthochschulen Deutschlands in der Händel- und Universitätsstadt Halle reicht weit zurück: Von ihren Anfängen 1852 als Provinzial-Gewerbeschule über die Gewerbliche Zeichenschule im Jahr 1870, als Gewerbliche Zeichen- und Handwerksschule der Stadt Halle 1879 bis in das Jahr der eigentlichen Hochschulgründung im Jahr 1915 als Kunst-Schule im Sinne des Deutschen Werkbundes unter dem Architekten Paul Thiersch (1879-1928).

Die heutige Kunsthochschule übersteht im 20. Jh. zwei Diktaturen. Möglicherweise mit dem Beharren auf dem engen Verhältnis zwischen freien und angewandten Künsten gelingt es, eine bis heute unverwechselbare und an qualitativ weiterentwickelten Maßstäben orientierte Traditionslinie wie ein Markenzeichen zu etablieren. Sicher aber auch dank einer Reihe unbeugsamer und großartiger Lehrkräfte.

Diese lebendige Geschichte ist wohl eine wesentliche Voraussetzung für die vergleichbar hohen Ansprüche sowohl an die neuen Bachelor- und Masterabschlüsse für die Designstudiengänge als auch an die der Kunststudiengänge, die nach wie vor mit dem Diplom abschließen und den Lehramtsstudiengang mit dem ersten Staatsexamen.

Das Einzigartige, es gibt kaum Studienabbrecher. Ein Grund dafür sind sicherlich die aufwendigen und strengen Aufnahmeprüfungen an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. An der Burg sind heute etwas mehr als 1000 Studentinnen und Studenten immatrikuliert, davon im Durchschnitt 10% aus dem Ausland, so u. a. aus China, Südkorea, den USA sowie aus Europa. Doppelt so viele, wie vor dem Ende der DDR und der friedlichen Revolution. Und traditionelle internationale Beziehungen z. B. mit Hochschulen in Kuba und Vietnam bestehen weiter.

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Das Neue ist vor allem Ergebnis der freien Lehre. Und es scheint auch mit der zunehmenden Internationalisierung der Standards und Abschlüssen wie Bachelor und Master zusammenzuhängen. Ein Ergebnis sind auf jeden Fall neue inhaltliche Entwicklungen, z. B. in den Studiengängen Innenarchitektur, Multimedia-Design und Medienkunst, Kommunikationsdesign, Fotografie oder in den Lehramtsstudiengängen der Kunstpädagogik, die es vorher nicht an der Kunsthochschule gab.

Die Studenten werden ermutigt, sich offen und kritisch zu verhalten und sich mit eigensinnigen Positionen und fachlicher Kompetenz in den gesellschaftlichen 

Diskurs einzumischen“, so die Pressesprecherin der Hochschule, Dr. Renate Luckner-Bien.

Das Besondere: die „Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle“, wie sie seit Juli 2010 firmiert, bietet künstlerisch begabten jungen Menschen die Möglichkeit zu kreativem Austausch zwischen den künstlerischen und den designerischen Disziplinen unter dem Dach einer Hochschule: Neben den Disziplinen im Fachbereich Design in der Kunst unter anderem auch Bildhauerei, Malerei und Grafik, Schmuck, Keramik, Textile Künste oder Buchkunst.

Die Chancen für die Darstellung der Arbeiten von Lehrend und Studierenden werden genutzt: mit Ausstellungen und auf Messen im In- und Ausland, aber auch vor Ort – in Halle: mit Ausstellungen in der hochschuleigenen Galerie oder im Rahmen der Jahresausstellung, immer am 2. Juli-Wochenende (im Jahr 2011 am 16. und 17. Juli), bei der alle Werkstätten, Ateliers und Seminarräume an den verschiedenen Standorten der Burg für Besucher weit geöffnet sind. Spannend auch die anspruchsvolle, benutzerfreundliche Homepage, die von den Studierenden ständig aktualisiert wird.

Dr. Rüdiger Wiese

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