Rundreise mit dem Rad
Erdmann Schleinitz berichtet von einer Tour besonderer Art, die so manch rüstigen Senior mit seinem zweirädrigen Gefährt auch hinaus ins schöne Thüringer Land locken könnte…
Das Fahrrad ist zu einer Standardausrüstung vieler Senioren
geworden, Bewegung an der frischen Luft mit frischen neuen
Eindrücken das erhoffte Ziel. Dabei noch die Genugtuung, alles
das mit eigener Kraft erreicht zu haben - welch
Glücksgefühl!
Wenn man dazu auch noch in der Gruppe mit einem erfahrenen Radler
unterwegs sein kann, ist eine erfolgreiche Tour schon fast
vorprogrammiert. Das Kompetenz- und Beratungszentrum Erfurt
(Juri-Gagarin-Ring 64) hat in seiner Regie mittlerweile sechs
Radlergruppen. Im Jahr 1999 hat es mit einer Gruppe begonnen. Zu
den Leitern der Radgruppen gehört auch Otto Gerling,
inzwischen über 70 Jahre alt, auf dem Rad aber jung und
drahtig geblieben. Seinen "Freunden", wie er uns Radler
anspricht, bietet er nicht nur auserwählte Radwege, sondern
viele kleine Sehenswürdigkeiten am Rande des Weges, an denen
die meisten Radler früher noch im Auto vorbeigerast sind!
Warum heute nicht anhalten? - Das Schöne ist so nah!
Eine Tour mit Otto war besonders schön, interessant und
lehrreich, über Felder, an Sehenswürdigkeiten vorbei nach
Arnstadt und den Gera-Radwanderweg zurück. Aber langsam -
nacheinander zum Nachvollziehen und auch zum Nachfahren -
natürlich mit einer Fahrradkarte!
In Erfurt haben wir uns getroffen und sind erstmal den
Gera-Radwanderweg durch Bischleben nach Marienthal gefahren. Hier
fließt die Apfelstedt in die Gera und die frisch restaurierte
Brücke erinnert schon an Graf von Gotter, dem Herrn von
Schloß Molsdorf. Bei Lust und Laune kann man hier auch ein
Fußbad in den beiden Flüssen nehmen und die
unterschiedlichen Wassertemperaturen erfühlen.
Noch ein Schluck aus der Flasche und weiter geht es auf der
Landstraße nach Molsdorf, wo wir im Schlossgarten eine
weitere beschauliche Rast machen. Den kompletten Überblick
über die Schlossanlage mit Park erhalten wir vom
"Schlossblick" weiter südlich.
Gruppenfoto vor dem Schloss Molsdorf
Dazu
fahren wir mit dem Rad die Landstraße weiter und hinter dem
Park rechts rein - gut ausgeschildert, aber 200m bergan.
Gängiger Kommentar: Wer sein Rad liebt der schiebt.
Aber es gilt ja, die Kräfte einzuteilen - wir sind erst am
Anfang unserer Rundreise. Übrigens bietet die Gegend auch
einen guten Überblick über das Autobahnkreuz.
Vom Schlossblick geht es wieder zur Landstraße und auf die
andere Straßenseite auf den Gera-Radweg, auf den wir bis
durch die Autobahnbrücke bleiben. Dahinter geht es links ab
bergauf nach Eischleben, wo wir die Fernverkehrsstraße B4
überqueren, um dort weiter nach Kirchheim zu fahren. Die
Radkarte zeigt hierfür zwei Möglichkeiten - wir fahren
links der Wipfra.
In Kirchheim geht es etwas die Straße entlang, bevor auf der
linken Seite ein neuer, befestigter Feldweg die Fahrräder
regelrecht zum Rollen einlädt. Dieser mehrere Kilometer lange
Betonweg wird unter Radlern "Napoleonsweg" genannt - man kommt
an einen Gedenkstein vorbei, der an ihn erinnert. Finanziert wurde
dieser Weg für die Landwirtschaft aus EU-Mitteln.
