Doch nun geht es endlich auf Tuchfühlung mit dem Bergkoloss. Geradewegs, entlang auf Serpentin, gefolgt von etwas felsigerem Gelände, innerhalb von 4 Stunden hinauf auf 1930 Meter Höhe - zum Watzmannhaus - der ersten Station. Hier ist auch die erste Übernachtung mit Abendessen und gibt es ersten Übungen für die Trittsicherheit »um zu zeigen, wie man auf Geröll und felsigem Gelände sicher Auf- und Absteigen kann - denn das braucht man hier«, gibt der Bergsteiger-Profi eine Vorausschau auf Bevorstehendes und fügt hinzu: »Wer danach noch nicht müde ist, kann noch einen kleinen Weg zum Vortesten mit mir mitgehen und erste wirkliche Bergluft schnuppern…«
Zu Besuch beim König
Der nächste Morgen verspricht einige Anstrengungen, die aber in einem Team gut zu bewältigen sind: »Als Tourenleiter stelle ich mich immer auf die Teilnehmer ein, sagt der Steig- und Kletterexperte entschieden. Schließlich wollen wir ihnen ja das Erlebnis der Watzmann-Überquerung ermöglichen.«
Und so geht es gemeinsam, ausgeruht und voller Tatendrang
in die nächsten Ausflugsetappe - von mittelsteilem
Gelände schnell über in gesichertes alpines Gebiet. -
Aufstieg zum Hocheck, auf 2657 Meter Höhe und
anschließend drahtseilversichert über den langen Grat
zum Haupt- und dann zum Südgipfel auf 2712 Meter Höhe.
»Es ist ein spannender, teils steiler Wegverlauf mit
grandiosen Weit- und Tiefenblicken«, schwärmt Marco
Vogler. Dass dabei die Alltagsdinge schnell in Vergessenheit
geraten, sollte niemanden verwundern. »Jeder der das
erlebt wird erfahren: man
beschränkt sich beim Bergsteigen ganz und gar einfach nur auf
das Essentielle. Es ist ein absolutes Abschalten vom
Alltäglichen und man wird schnell feststellen, man hat einfach
ganz andere Probleme: man wird sich immer mehr mit dem Gedanken
auseinandersetzen, wohin setze ich beim nächsten Schritt
meinen Fuß?«, lacht der Tourenleiter sympathisch
Vom Südgipfel führt die Bergtour anschließend über die Westflanke über schroffigen Fels ins Wimbachtal. Dort an der Wimbachgrieshütte wird die zweite Übernachtung mit Halbpension sein. Und allein das Schlafen auf den Berghütten ist eine einmalige Erfahrung, verspricht Marco Vogler. »Denn wer nicht die Luxusversion bucht, schläft in einem Mehrbettzimmer, hat weniger Liegefläche und muss sich mit den anderen arrangieren.«, Augenzwinkernd fügt er hinzu: »Hotelzimmer hat man doch sonst überall, aber so ein Gemeinschaftslager das ist schon mal ein Erlebnis«
Doch selbst der Abstieg vom Watzmann - dem Königsberg der Ostalpen, der einen selbst zu einem gefühlten Helden werden lässt, wird noch einmal zur Bewährungsprobe. Zweierlei Varianten bieten sich hierbei an, deren Wahl vom Team gemeinsam entschieden wird. »Es besteht zum einen die Möglichkeit über den Königsee abzusteigen. Hier lässt sich ein atemberaubenden Blick auf das 700 Meter tiefer liegende, fjordartige Gewässer genießen, von dem aus es dann steil hinab zur Wallfahrtskirche St. Bartholomä geht und anschließend eine Fähre und ein Taxi die Wanderer nach Schönau und dann zum Ausgangspunkt der Tour zurückbringen. Oder man entscheidet sich für den Abstieg über die Wimbachklamm, einem wild rauschenden Bach, der sich durch eine riesige Schlucht hindurchzwängt und der die Bergsteiger durch ländliches Grün und weites Tal aber auch durch die Schotterwüste bis zum Talende, ebenfalls zum Start- und Zielort begleitet.
Wenn Sie selbst auch einmal auf Watzmann-Mission gehen wollen, dann melden Sie sich doch direkt bei Outdoor Trainings. Die Beste Zeit für die Watzmann-Besteigung ist zwischen August und September, zwischen der 35. und 38. Kalenderwoche. Und Sie könnten mit dabei sein…
Gradwanderung - Mission Watzmann kurz & knapp
»Oft begleiten wir Menschen auf unseren Touren, die selbst vielleicht schon einmal bis zur Watzmannhütte gewandert sind, sich dann aber eben nicht weiter getraut haben, weil ab dort der Weg hinauf alpin wird. Genau dafür braucht man eben einen Tourenleiter, der einen führt und auf den man sich verlassen kann.«, erklärt Marco Vogler, Fachübungsleiter für Bergsteigen und Klettern
- Ausrüstung: Rucksack (ca. 35-45l)
- Trinkflasche (Thermo)
- Bergschuhe mit gutem Sitz am Fuß und festem Halt am Knöchel
- Regenbekleidung für Ober- und Unterkörper (kein Regenschirm)
- Mütze/ Sonnenschutzmütze Handschuhe warme Wäsche (Fleece)
- Stirnlampe
- Hüttenschuhe,
- Hüttenschlafsack
- Wechselbekleidung
- Reiseapotheke
- Handy
- Papiere
- Geld
- Kamera
- Riegel für zwischendurch
Unser Tipp: Die passende Ausrüstung von Kopf bis Fuß für Ihre Wandermission und zudem eine gute Beratung finden Sie im Basislager in Erfurt und Jena. Die Alpine Ausrüstung, welche allen Teilnehmern/innen von Outdoor Trainings gestellt wird: Steinschlaghelm Klettergurt Klettersteigset
