Wandern mit Kunstgenuss
Malerisch erhebt sich das Hütscherodaer Herrenhaus
zwischen den Baumwipfeln. Das Ziel der Wanderung ist erreicht -
einer ganz besonderen Wanderung - und zwar auf dem
Skulpturenwanderweg von Behringen nach Hütscheroda.
Seitdem Initiator Jürgen Dawo seine Idee von Kunst
in der Natur auf dem Bildhauersymposium in Behringen 1996 erstmals
vorgestellt hat, haben sich hier zahlreiche Künstler mit ihren
Werken verewigt. Nunmehr 120 Skulpturen sind im Behringer
Schlosspark und auf dem Wanderpfad nach Hütscheroda zu
entdecken. Am Rande des Hainich Nationalparks im Wartburgkreis
zwischen Eisenach und Bad Langensalza können Kunstliebhaber
und Naturfreunde das Zusammenwirken von ländlicher
Schönheit und künstlerischem Schaffen genießen.
Verschiedene Strecken mit 12, 6,5 und 3,6 Kilometern sind nicht nur
für wackere Wanderer ein Ziel, auch ein gemütlicher
Spaziergang bietet sich an. Die kurze Etappe ist behindertengerecht
ausgebaut und auch unsere blinden Kunstliebhaber können dank
eines Blindenführers Informationen zu den Skulpturen erhalten und sie durch ertasten für sich
erschließen. Die Broschüren sind in der
Touristinformation in Behringen und im Herrenhaus in
Hütscheroda ausleihbar. Zudem werden geführte Wanderungen
angeboten, auf Wunsch auch mit Kutsche oder Jeep. Wer sich die Zeit
nimmt, die Gegend zu Fuß zu erkunden und die Skulpturen auf
sich wirken lässt, wird die Kraft der verschiedenen
Materialien und die Faszination des Zusammenspiels von Kunst und
Natur spüren können.
»Der Landschaftsraum ist zu einem Kunstraum geworden und die
Skulpturen regen die Phantasie an«, erzählt
Kunsthistorikerin Diana H. Trojca. »Mir gefällt
besonders der "Vogelstein" von Barbara Neuhäuser. Dieser
ist aus Sandstein und zeigt einen überdimensionalen Kopf,
ähnlich wie die Figuren auf den Osterinseln. Es sieht aus als,
ob er sinnend in die Landschaft schaut.« Die Gestaltung der
Kunstwerke erstreckt sich von traditionellen Formen bis hin zu
moderner Abstraktion. So werden Holz aus dem Hainichland,
Travertinstein und Findlinge, aber auch Metalle wie zum Beispiel
Eisen zu beeindruckenden Bildnissen verarbeitet und sind entlang
des Wanderweges ausfindig zu machen.
Und in jedem Jahr kommen neue Kunstwerke hinzu. Denn
Künstler aus der ganzen Welt treffen sich in Behringen auf
Einladung Jürgen Dawos zum Symposium und gestalten ihre Werke
zu einem bestimmten Thema. So widmen sich die Kunstschaffenden im
Sommer dieses Jahres der einheimischen Wildkatze. Diana H. Trojca
verrät: »Es lohnt sich immer wieder, einen Ausflug
entlang des Skulpturenweges zu machen. Es gibt immer wieder neue
Facetten zu entdecken und die Landschaft mit den Skulpturen wirkt
mit jedem Lichteinfall anders.«
Wandern und Kunst genießen? - Auf dem Pfad zwischen Behringen
und Hütscheroda ein beeindruckendes Erlebnis.
www.bildhauersymposium.de
Nationalpark-Information Hauptstr. 97 99947 Behringen Tel. 036254 78640
