»Das Glück kennt nur Minuten«

Für die bekannte deutsche Diva Hildegard Knef, hat es, wie in ihrem bekannten Song, rote Rosen geregnet bei einer Bilderbuchkarriere – der typische Familienmensch war sie nicht. KIDS und Co hat die ehemalige VIVA-Moderatorin Heike Makatsch zur Vorstellung ihres Kinofilms „HILDE“, in dem sie „die Knef“ in der Hauptrolle spielt, im Cinestar Leipzig getroffen und sie nach ihrer Sicht der Dinge befragt...
Frau Makatsch, was sagen Sie als Mutter einer Tochter und erfolgreiche Schauspielerin zur Karrierefrau Hildegard Knef, wie Sie sie im Film darstellen?

»Hildegard Knef geht einen langen Weg, bis sie zu sich selbst findet. Aus bedrückenden familiären Verhältnissen gelingt ihr der Sprung in die Schauspielausbildung, doch in den letzten Kriegswirren zählt nur das Überleben. Ich denke nicht, dass Hildegard Knef ausschließlich für die Karriere gelebt hat. Sie hatte ja auch eine Tochter und Ehemänner. Ich glaube, sie hat Wert auf persönliche Beziehungen gelegt. Kein Mensch kann ohne diese Verbindungen um sich herum sein.«
Hildegard Knef ist 2002 verstorben, haben Sie sie noch kennengelernt – oder jemanden aus ihrer Familie – und sich mit ihrem Leben auseinandergesetzt?
»Ich habe sie nie kennengelernt und mich in meiner Jugend damals eigentlich auch nicht mit ihr beschäftigt, erst seit diesem Film. Das war einfach eine andere Lebensphase. Zum Teil habe ich Familienangehörige und Bekannte von ihr getroffen, aber das sind ja nur subjektive Meinungen von ihr. Ich habe mich über ein Jahr mit der Rolle beschäftigt und mich ganz langsam durch unzählige Bilder, Filme, Talkshows und Bücher durchgearbeitet. Das ist eine lange Zeit für so ein besonderes Projekt, so eine Figur. Sie war eine starke und schöne Künstlerin.«
Wenn Sie mit Ihrer Familie in der damaligen Zeit, während des Krieges gelebt hätten...
»Jede Zeit stellt besondere Anforderungen an die Menschen. Heutzutage halten viele das Leben auch für schwierig, durch die Finanzkrise und.... Ich glaube aber, dass die Leute sich schnell abfinden, einfach funktionieren müssen und sich anpassen. Selbst die, die den Krieg miterlebt haben.«
Was bedeutet für Sie Glück?
»Wie schon Hildegard Knef in einem ihrer Liedtexte sang: „Das Glück kennt nur Minuten“. So denke ich auch, dass sich das von Lebensphase zu Lebensphase ändert.«
Franziska Henkel und Ramona Krause bedanken sich für das Gespräch!




