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»Narren hasten, Kluge warten, Weise gehen in den Garten«

(Rabindranath Tagore)
Ein wunderschönes kleines Paradies versteckt sich inmitten Gothas - nicht weit entfernt von der Wohnung des Gartenliebhabers Jürgen Raap, für den das duftende grüne und herrlich blühende Fleckchen den schönsten Zeitvertreib bedeutet.

Fast könnte man diesen hübschen Garten seine größte Liebe nennen, gäbe es nicht seine reizende Frau Uschi, die ihn all die Jahre an seiner Seite begleitet und für die seine Liebe größer nie sein könnte. Da Uschi um Jürgens größte Begeisterung weiß, hat sie an dieser Stelle für das schöne Stück Land und des Gärtners Leidenschaft wundervollste Worte gefunden…

Angefangen hat alles vor fast 40 Jahren. Jürgen kam aus der Großstadt, wuchs mit einem Schrebergarten auf. Wie hat es ihn als Kind genervt, wenn er Vaters Pfiff über den Hof hörte, wo doch das Spielen mit den Kindern jetzt gerade so viel Spaß machte. Da gab es aber kein Entrinnen. Der Pfiff bedeutete, es geht in den Garten. Unterwegs kann ja ein bisschen Fußball gekickt werden, so dass es für den Jungen nicht so langweilig würde. Aber der Garten war nicht sein Ding.

Erst als Jürgen selbst eine Familie gründete, merkte er, dass ein Garten zu seinem Leben gehören muss; und so wurde ein großer Garten, 1500 m2, angeschafft. Eigentlich war es ein Stück Feld und eine Obstwiese. 30 Sauerkirschbäume -sehr alt - standen darauf. Zu DDR - Zeiten nicht uninteressant. Man konnte sogar Sauerkirschen verkaufen und die Arbeit im Garten hat er nie als solche empfunden. Jede freie Minute wurde der Nutzgarten gehegt und gepflegt und natürlich auch manch fröhliches Fest darin gefeiert.

Heute ist die Beziehung zwischen Jürgen und seinem Garten eine andere. Aus dem Nutzgarten wurde ein naturnahes Freizeitparadies, eine grüne blühende Oase in der Stadt mit 2 Teichen, vielen Blumen, Wein, Sträuchern und Bäumen. Der Samen, den der Vater vor 60 Jahren gesät hat, ist längst aufgegangen. Wenn sich heute drei Generationen zum fröhlichen Entspannen im Garten treffen, ist es für die ganze Familie immer ein besonderer Höhepunkt.

Zu jeder Jahreszeit gibt es zu staunen und zu beobachten. Der Walnussbaum, der vor mehr als 30 Jahren gepflanzt wurde, ist zu einer wahren Persönlichkeit geworden; kommt man in den Garten, wird er begrüßt - und er grüßt zurück. Zu gleicher Zeit wurde auch die stattliche Weymouthskiefer gepflanzt. Sie hat sich prächtig entwickelt. Nur jetzt hat sie Federn, sprich Äste, lassen müssen, als Kyrill übers Land fegte. Trotzdem bietet sie vielen Vögel in ihren Ästen Quartier. Man erlebt den Rhythmus der Jahreszeiten in einem solchen Garten bewusst. Jedes Jahr, wenn die Natur erwacht, steht man voller Staunen vor den einzelnen Schönheiten und das zieht sich bis in den Spätherbst hin. So ist es immer wieder ein Erlebnis für die Sinne, durch Jürgens Laubengang zu gehen und die Schönheit und den Duft der Glyzinien, der historischen und englischen Rosen zu genießen oder aber im Herbst die dunklen Weintrauben zu ernten, die so üppig gedeihen, dass die Pergola sie kaum tragen kann.

Rosen sieht man im Garten überall. Darauf legt der Gartenfreund besonderen Wert. Eine Vielzahl von duftenden Schönheiten weist auf sein besonderes Steckenpferd hin. Aber auch das bloße Verweilen am Gartenteich zieht in den Bann. Kammmolche und Erdkröten fühlen sich dort wohl. Die Erdkröten kommen nur zum Ablaichen ans Wasser. Die vielen Sumpfdotterblumen geben den würdigen Rahmen. Sind diese verblüht, entfalten die Seerosen ihre Pracht. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es, wenn man am Weiher sitzt und dem Werben der Libellen zusieht. Die Larven kommen bei günstigem sonnigen Wetter aus dem Wasser. Wenn sie nach etwas zwei Stunden ihre Flügel in Wind und Sonne getrocknet haben, kann man den Hochzeitstanz dieser faszinierenden Tiere beobachten. Aber auch den vielen Vögeln zuzusehen, wie sie im Wasser baden, ist immer wieder schön. Selbst ein Entenpärchen landete schon im Teich - natürlich große Aufregung, denn nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere rundherum waren erschrocken.

Wenn Jürgen heute auf sein Gartenleben zurückblickt, würde er alles wieder so machen. Ein Leben ohne Garten kann und will er sich nicht vorstellen.

Wir wünschen dem passionierten Gartenfreund noch viele schöne Jahre in und mit seinem Garten.

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