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Schönste Natur inmitten der Stadt…

»Ich begrüße Sie recht herzlich zu unserem heutigen Erfurtspaziergang zum Thema Stadtökologie«, verkündet Roland Büttner auf dem Fischmarkt, als er uns an diesem sonnigen Tag zu einer Stadtführung unter dem Motto "Global denken - lokal handeln" einlädt.

Ihm liege diese Führung besonders am Herzen, denn wir alle sollten etwas für unsere Umwelt tun, erfahren wir von dem begeisterten Naturfreund, der uns unmissverständlich zu verstehen gibt: »Mir bedeutet es viel, bei meinen Gästen etwas zu bewirken.« Deshalb folgen sogleich flink einige Zahlen und Argumente gegen die Nachlässigkeit in Sachen Umwelt sowie nützliche Tipps, was jeder selbst zum Umweltschutz beitragen kann.

Um nun aber zum anschaulichen Teil überzugehen, machen wir auf dem Rathausvorplatz Bekanntschaft mit den seltenen, aufgepfropften Blumeneschen, die in der Thüringer Landeshauptstadt auch noch am Leipziger Platz bewundert werden können, so Roland Büttner. Das Harz dieser auch "Mannabaum" genannten Gewächse diente früher als Pilgernahrung. Gleich schräg gegenüber begrüßt uns ein Schnurbaum links des Rathauses in voller Pracht. Und da wir nun gerade den Sitz unserer Stadträte bestaunen, stellt uns Roland Büttner die bedrohten Rauchschwalben in den gotischen Bögen des seitlichen Rathausflügels vor und verweist auf die kleinen Nistplätze in den Nischen und Erkern des Gemäuers. Es falle den Schwalben sehr schwer, ihre Nester zu bauen, »da lehmiger Boden bei uns wegen der errichteten Ufermauern an der Gera kaum noch zu finden ist. Diesen benötigen die gefiederten Gefährten jedoch dringend«, verdeutlicht der 70-jährige.
Einige Meter weiter stellt unser redegewandter Stadtführer ein Haus mit grüner Hausnummer vor und weiß zu berichten, dass diese außer in Erfurt nur noch tief im Südwesten, in Saarbrücken, verliehen werde. Die Nummer erhalte jener, der sein Haus nach ökologischen Gesichtspunkten baue, also kaum Kunststoffe verwende und dafür viel Regenwasser nutze. Während der Worte Roland Büttners regnen uns sanft kitzelnde Blüten einer angrenzenden Kastanie auf die Schultern: das ist Natur pur für alle Sinne - mitten in unserer Stadt.

Flotten Schrittes werden wir zur Lorenzkirche geleitet. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Gebäudes auf dem Nachbargrundstück regt Roland Büttner dazu an, einige Worte über alternative Energiegewinnung zu verlieren. »Außerdem sehen Sie hier eine Kastanie«. Wir erfahren von der schleichenden Bedrohung unserer heimischen Exemplare durch die Moniermotten. Die weltbekannten Tagebucheinträge des jüdischen Mädchens Anne Frank dienen unserem agilen Stadtführer, die Bedeutung und Geschichte der Kastanienbäume, die auch ideale Biergartenbäume sind, anschaulich zu erläutern. Auf einen kurzen Marsch Richtung Anger folgt eine kleine Rast, um etwas über den Amberbaum, welcher anderenorts der Kaugummigewinnung dient und über den Patron für Umweltschutz - den heiligen Franziskus - zu erfahren.

Anschließend geht es für die etwa 30-köpfige Gruppe weiter zum Judasbaum in der Meyfartstraße, dessen Blüten ganz kurios direkt am Ast sitzen und blühen, bevor die Blätter sprießen. Im Frühling sollte dieses kleine Naturwunder unbedingt bestaunt werden, wünscht sich Roland Büttner. Und immer noch weiter geht es für uns von einem Höhepunkt des städtischen Grüns zum nächsten: wir erblicken den Hoffnungsträger Ginkgo Biloba, begutachten einige Vertreter der "Sportplatzbäume" genannten Pappeln, bestaunen einen nicht ganz alltäglichen Zigarrenbaum, der auch unter dem Namen Trompetenbaum bekannt ist und lernen, auf unserem Weg ins Erfurter Venedig, dass sich die Weiden an der Gera durch ihr dichtes Wurzelwerk hervorragend zur Uferbefestigung eignen und dazu noch als Bodenentgifter dienen und somit bedeutend und nützlich für die Stadtökologie sind.

Wer selbst auch gern einmal in den Genuss dieser unbedingt empfehlenswerten und lehrreichen "grünen Führung" Roland Büttners kommen möchte, ist jederzeit herzlich eingeladen. Auch alle anderen Themen, die Roland Büttner bei seinen Rundgängen am Herzen liegen, wie die Türme, Stätten jüdischen Lebens oder alternative Energiegewinnung und politische Orte in Erfurt, sind jederzeit bei ihm zu erfragen. Es geht dabei nicht immer nur per pedes durch die Landeshauptstadt sondern auch sportlich im Nordic Walking-Stil, auf dem Fahrrad und manchmal sogar auf Inline-Skates.

Roland Büttner - Tel. 0361 6463981
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