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Arzneimittel-Betrug und Zugangsdatenklau

Das Internet erleichtert vieles: Ein großes Warenangebot und schnelle Lieferungen sowie Online-Bankgeschäfte ersparen so manchen Gang in die Stadt. Leider nutzen auch immer mehr Betrüger das Internet für ihre Zwecke. Nutzer sollten achtsam sein, um nicht auf Betrugsmaschen reinzufallen. Das kann unter Umständen sehr teuer werden.

Jedes zweite Online-Arzneimittel ist eine Fälschung

Das Online-Geschäft mit Arzneimitteln wächst: Online-Apotheken locken mit günstigen Angeboten und schneller Lieferung. Gerade bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme ist die Online-Bestellung bequem. Es ist trotzdem Vorsicht geboten: Längst nicht jede Online-Apotheke ist seriös. Laut einer Studie der Universität Osnabrück ist die Hälfte der online vertriebenen Medikamente eine Fälschung. Die Plagiate sind oft von minderer Qualität oder enthalten gar keinen Wirkstoff. Das kann fatale gesundheitliche Konsequenzen haben: Im schlimmsten Fall führt die Einnahme gefälschter Medikamente zum Tod, z.B. bei Blutdrucksenkern, in denen wichtige Wirkstoffe fehlen.

Obwohl sogenannte Apotheken-Fake-Shops („fake shop“ = „falscher Laden“) professionell wirken, lassen sie sich schnell entlarven: Webseiten, die verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept oder nicht zugelassene Medikamente verkaufen, sind nicht vertrauenswürdig! Welche Medikamente in Deutschland zugelassen sind, können Sie auf www.pharmnet-bund.de nachschlagen. Außerdem bieten seriöse Seiten Beratung durch einen gelernten Apotheker sowie die Möglichkeit per Telefon zu bestellen. Achten Sie darauf, dass Arzneimittel immer in der Originalverpackung verkauft werden. Haben Sie auf Grund von Verpackung, Geruch oder Optik Zweifel an der Echtheit, nehmen Sie die Medikamente in keinem Fall ein! Im Versandapothekenregister unter www.dimdi.de in der Rubrik „Arzneimittel“ finden Sie eine Auflistung der zugelassenen Online-Apotheken.

Phishing-E-Mails wirken täuschend echt

Gesundheitlich weniger problematisch, mit Blick auf Ihre Finanzen dennoch potenziell schädlich, ist Daten- & Identitätsdiebstahl. So genannte „Phishing“-Mails sind weit verbreitet und nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. „Phishing“ setzt sich aus den Wörtern „Password“ (Passwort) und „fishing“ (abfangen, klauen) zusammen. Betrüger wollen dem Empfänger also Bank- oder Zugangsdaten entlocken. Vermeintliche Absender der Phishing-Mails sind oft Banken oder bekannte Online-Händler. Diese fordern den Empfänger auf, über einen Link sein Passwort zu aktualisieren oder im Online-Kundencenter eine wichtige Nachricht zu lesen. Der Link führt allerdings auf eine gefälschte Seite, die eingegebenen Zugangsdaten werden unmittelbar an die Betrüger weitergeleitet. Der Betroffene bemerkt den Datenklau häufig erst, wenn hohe Rechnungen oder Kreditkartenabrechnungen ins Haus flattern. Der finanzielle Schaden beläuft sich durchschnittlich auf mehrere hundert bis mehrere tausend Euro.

Der vermeintliche Absender, wie die Hausbank oder etwa Amazon, erweckt Vertrauen. Die E-Mails wirken professionell. Wenige, einfache Tricks können den Betrug allerdings aufdecken: Zum einen würde eine Bank ihre Kunden niemals per E-Mail auffordern, ihr Passwort zu aktualisieren. Zum anderen sprechen sowohl Banken als auch Online-Shops ihre Kunden in der Regel persönlich an. Allgemeine Anreden wie „Sehr geehrte/r Nutzer/in“ weisen auf einen Betrugsversuch hin. Fristen, Drohungen sowie eine mangelhafte Rechtschreibung oder Grammatik können ein zusätzliches Indiz sein. Wenn Sie Zweifel an der Echtheit haben, klicken Sie keinen Link an und fragen Sie telefonisch bei dem vermeintlichen Absender nach. Folgen Sie doch einem Link aus der E-Mail, achten Sie darauf, ob die Website verschlüsselt ist. Das erkennen Sie am „https://“ in der Adresszeile. Beginnt die Adresszeile mit „http://“, geben Sie Ihre Daten in keinem Fall ein!

Vorsicht und Versicherung helfen

Trotz Vorsicht kann jeder auf Betrugsmaschen reinfallen. Dann ist es wichtig, den Verdacht bei der Polizei oder der Verbraucherzentrale zu melden. Die Chancen, das verlorene Geld wiederzubekommen, sind leider gering. Es ist dennoch wichtig, den Betrug zu melden – allein schon, um andere zu warnen. Um sich selbst gegen finanzielle Schäden abzusichern, empfiehlt sich eine spezielle Versicherung gegen Internetkriminalität. Der INTER CyberGuard, Testsieger des aktuellen Focus-Money-Versicherungsvergleichs (Ausgabe 26/2018), bietet beispielsweise einen Rundumschutz. Darüber sind finanzielle Schäden durch Fake Shops oder Datenklau, je nach Tarif, bis zu 15.000 Euro abgesichert.

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