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Die Zivilisationskrankheit Diabetes

Diabetes ist mittlerweile gut behandelbar, kann aber im schlimmsten Fall zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen. Was genau steckt dahinter und wie behandelt man Diabetes? Das und mehr erfahrt ihr in diesem Bericht.

Diabetes-Behandlung: Regelmäßig Blutzucker messen und in Bewegung bleiben

Diabetes ist eine sogenannte »Zivilisationskrankheit«. Lange Zeit als »Altersdiabetes« bezeichnet, beschränkt sich die Prävalenz heute schon längst nicht mehr nur auf ältere Menschen. So leidet etwa bereits ein Viertel der US-amerikanischen Jugendlichen am Typ-2 Diabetes oder einer Vorstufe davon. Dass es sich dabei um eine Zivilisationskrankheit handelt, ist indes aber auch positiv zu sehen: Oftmals kann eine Lebensstilumstellung die Leiden deutlich mindern oder gar zur Genesung beitragen. 

Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Krebs, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen tragen ihre monumentale Bezeichnung freilich nicht umsonst: Sie sind das Ergebnis und die dunkle Kehrseite eines Lebens in Wohlstand und Überfluss, das uns, Angehörigen der vermeintlich so zivilisierten westlichen Welt, bislang seit nun mehr vielen Jahrzehnten vergönnt ist. Dabei ist Diabetes eine sich schleichend entwickelnde Krankheit. Lange Zeit bleibt sie unbemerkt, und wenn sie entdeckt wird, ist sie häufig bereits weit fortgeschritten. Gleichwohl sind wir dieser Erkrankung nicht hilflos ausgeliefert. Bemerken wir sie rechtzeitig und stellen unseren Lebensstil merklich um, können wir sie sogar ohne Medikamente in den Griff bekommen. Dies gilt allerdings nur für eine bestimmte Diabetes-Art, nämlich den Diabetes Typ-2. 

Unterschied zwischen Typ-1 und Typ-2 Diabetes

Im Wesentlichen lässt sich der Unterschied dieser beiden Diabetes-Typen auf die folgende Formel bringen: Typ-1 steht für einen chronischen Insulinmangel, Typ-2 für eine Insulinresistenz der Muskelzellen. Was ist aber so problematisch an einem Insulinmangel bzw. einer Insulinresistenz? Die Antwort: Eine ganze Menge. 

Insulin ist ein körpereigenes Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse produziert wird und insbesondere für den Zuckerabbau im Körper zuständig ist. Der Blutzuckerspiegel steigt nach der Aufnahme besonders kohlehydratreicher Nahrung an. Dies führt dazu, dass Insulin ausgeschüttet wird, um dem Zucker den Eintritt direkt in die Muskelzellen zu ermöglichen. Bei einer Insulinresistenz, die dem Diabetes Typ-2 entspricht, erzielt das Insulin seine gewohnte Wirkung nicht mehr; in der Folge steigt der Blutzuckerspiegel gefährlich an; die Bauchspeicheldrüse muss fortan auf Hochtouren arbeiten und quittiert früher oder später ihren Dienst, sodass Insulin künstlich zugeführt werden muss. 

Beim Typ-1 Diabetes wird von Anfang an kein oder kaum körpereigenes Insulin produziert; es muss intravenös verabreicht werden, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Der Typ-1 Diabetes ist eine Autoimmunkrankheit, bei der das Immunsystem der Patienten die Insulinproduzierenden Zellen zerstört. Während die Ursachen dieser Diabetesform noch nicht ganz geklärt sind und zum Großteil genetischer Art sein könnten, ist die Hauptursache für den Typ-2 eine falsche, kohlehydrat- sowie zuckerhaltige Ernährung (auch wenn hier die Gene ebenfalls ein Wörtchen mitzureden haben). Die Gleichung ist einfach: Dauerhaft hohe Blutzuckerwerte durch eine hohe Kohlehydrataufnahme evozieren früher oder später eine Insulinresistenz der Muskelzellen, da sie schlichtweg zu viel davon abbekommen. 

Regelmäßig Blutzucker messen und viel bewegen

Da es eine hohe Dunkelziffer an Diabeteskranken gibt, ist es zunächst einmal immer wichtig, den Blutzuckerspiegel regelmäßig zu kontrollieren. Dies kann zum Beispiel mit einem handelsüblichen Blutzuckermessgerät geschehen. Sodann lässt sich vor allem beim Typ-2 Diabetes mit viel Bewegung und einer gesunden Ernährung gut gegensteuern. Bei Bewegung verbrauchen unsere Muskeln nämlich vermehrt Energie, die in Form von Zucker wieder zugeführt werden muss. Die Muskelzellen werden wieder empfänglicher für Insulin, folglich sinkt der Blutzuckerspiegel. Bei der Ernährung sollte demgegenüber auf eine kohlehydratarme Kost umgeschwenkt werden, damit der Blutzucker nicht immer zu rasant ansteigt und fällt, was wiederum auch fortwährend Heißhungerattacken auslöst - ein Teufelskreis. 

Die meisten Menschen leiden an dem Diabetes Typ-2 - in Deutschland rund 6 Millionen. Demgegenüber haben ca. 300.000 Menschen den Typ-1 Diabetes. 

www.medisana.de/Gesundheitskontrolle/Blutzuckermessgeraete/

© Roman Felde | Suchhelden