Umzug in eine Sozialwohnung - wenn die Rente nicht mehr reicht

Inflation und steigende Lebenshaltungskosten machen es Pensionären mit geringer Rente zunehmend schwer, finanziell über die Runden zu kommen.

Wer Abstriche bei der Wohnungsgröße oder der Lage in Kauf nimmt, kann beispielswies in eine günstigere Mietwohnung ziehen. Bevor Rentner das tun, sollten sie jedoch prüfen, ob sie für eine Sozialwohnung berechtigt sind.

Was ist eine Sozialwohnung?

Eine Sozialwohnung zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass sie lediglich an einen klar definierten Kreis von Personen mit stark begrenzten finanziellen Mitteln vergeben wird. Sozialwohnungen unterliegen strengen Auflagen bei Miethöhe und Mieterschutz, da die Wohnungen in aller Regel auch durch staatliche Leistungen subventioniert wurden. Die Mieten von Sozialwohnungen liegen unter der ortsüblichen Vergleichsmiete, da es sich hierbei um sogenannte Kostenmieten handelt, bei denen der Vermieter keinen Gewinn erzielen, sondern lediglich alle anfallenden Kosten decken darf.

Wer hat Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein?

Da die Mieten von Sozialwohnungen in aller Regel erheblich günstiger sind als von vergleichbaren Wohnungen vor Ort, sind diese natürlich entsprechend stark nachgefragt. Um jedoch überhaupt für eine günstige Sozialwohnung infrage zu kommen, wird ein sogenannter Wohnberechtigungsschein, kurz WBS benötigt. Den WBS zu beantragen ist von Bundesland zu Bundesland ein wenig unterschiedlich und kann mitunter auch bis zu 40 Euro kosten. Daher sollten Sie sich vorab bei den zuständigen Ämtern in Ihrer Gemeinde erkundigen, ob die Beantragung überhaupt Aussicht auf Erfolg verspricht. In den meisten Gemeinden ist hierfür das Wohnungsamt zuständig. Allgemein ist es aber so, dass nur besonders bedürftige Personengruppen einen WBS erhalten. Dies können neben Auszubildenden und Studenten auch Senioren sein, denen die Rente nicht ausreicht, um ein adäquates Leben führen zu können. Je nach Bundesland gelten hierfür bestimmte Einkommensgrenzen, die von den 12.000 Euro des Bundesgesetzes abweichen können. Zum Einkommen werden dann alle erzielten Einnahmen aufsummiert. Neben Renten sind dies unter anderem auch Einkünfte aus Vermietung oder andere Nebeneinkommen.

Was müssen Rentner bei der Suche nach einer WBS-Wohnung beachten?

Die Suche nach einer Wohnung für das Alter und einer geförderten Wohnung im Speziellen kann mitunter komplizierter sein als man im ersten Moment meinen möchte. Denn auch wer einen Wohnberechtigungsschein in Händen hält, hat noch keine Zusage für den Erhalt einer passenden Sozialwohnung. Einen rechtlichen Anspruch auf eine Sozialwohnung gibt es nicht. Grundvoraussetzung für einen WBS ist neben den Einkommensgrenzen auch, die deutsche Staatsbürgerschaft, oder eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung und die Meldung als wohnungssuchend. Allgemein ist bei der Suche nach einer Sozialwohnung im Alter zu beachten, dass es zwei unterschiedliche Arten von WBS-Wohnungen gibt. Die Variante "A" gilt für alle Personen, denen ein WBS ausgestellt wird und berechtigt grundsätzlich für den Erhalt einer Sozialwohnung, die den Berechtigten nach und nach zugeteilt werden. Bei der Variante "B" ist es so, dass der WBS an eine bestimmte Wohnung gebunden ist. Diese Wohnung wird Ihnen nicht zugeteilt, sondern kann und muss selbst gefunden werden. Wenn Sie zum Beispiel im Bekanntenkreis mitbekommen, dass Sozialwohnungen gebaut oder frei werden, dann könnten Sie sich direkt mit dem Vermieter in Verbindung setzen und dann einen WBS für die entsprechende Wohnung beantragen. Hierbei kann dann auch das Einkommen die Grenzen um teilweise 40 Prozent und mehr überschreiten und eine Förderung dennoch möglich sein. Auch hier sollten Sie die zuständigen Sachbearbeiter Ihrer Gemeinde um genaue Richtwerte fragen. Eine Besonderheit gibt es bei der Beantragung eines WBS aber noch: Sollte eine besondere Dringlichkeit vorliegen, Sie also eine Behinderung oder ähnliches haben, dann werden Sie, sofern möglich, bevorzugt berücksichtigt. Weiterhin haben einige Städte die Bedingung, dass Sie dort schon ein oder sogar zwei Jahre wohnen müssen, bevor eine Beantragung möglich ist.

Die passende Größe der Wohnung

Das Einkommen und die Dringlichkeit sind aber noch immer nicht alles, was Sie bei einer WBS-Wohnung zu beachten haben. Auch die Größe der gewünschten Wohnung muss klaren Vorgaben entsprechen, um überhaupt infrage zu kommen. Die gesetzlichen Vorgaben sind hierbei klar geregelt und beginnen bei maximal 45 m² für einen Haushalt mit nur einer Person. Mit jeder weiteren im Haushalt lebende Person steigt die maximale Größe der Wohnung dann weiter an. Doch auch hierbei sind unter Umständen Ausnahmen möglich. Besondere Gegebenheiten wie eine Behinderung oder eine andere Einschränkung können dazu führen, dass auch deutlich abweichende Wohnungen genehmigt werden. Passende Wohnungen mit Wohnberechtigungsschein lassen sich am einfachsten mithilfe der großen Internetportale suchen. Bei Immowelt zum Beispiel finden Sie schnell und einfach passende WBS-Wohnungen bei Ihnen vor Ort.

Gibt es einen Wohnberechtigungsschein auch für spezielle Wohnformen im Alter?

Im Alter sind mitunter spezielle Wohnformen, wie zum Beispiel ein betreutes Wohnen, erforderlich. Die gute Nachricht hierbei ist, dass auch diese Wohnformen grundsätzlich mit einem WBS genutzt werden können, sofern die Wohnungen mit staatlichen Mitteln des sozialen Wohnungsbaus unterstützt wurden.

 

Weitere Hilfe durch die Grundsicherung

In vielen Fällen kann es zudem sein, dass neben dem Anspruch auf einen WBS auch ein Anspruch auf eine Aufstockung der Rente durch die Grundsicherung besteht. Hierfür sollten Sie sich an das zuständige Sozialamt wenden und Ihre Situation individuell prüfen lassen.

Umzugskosten klein halten

Zu guter Letzt ist es auch wichtig, die Kosten eines Umzuges in eine WBS-Wohnung gering zu halten. Statt eines professionellen Umzugsunternehmens sollten Sie hierbei versuchen, Freunde um Hilfe zu bitten. Für sperrige und schwere Möbel könnten Sie zudem über die entsprechenden Internetportale Studenten beauftragen, die sich immer über ein kleines Taschengeld freuen.